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Feedback jeder Art In articulo mortis

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  • Driekes
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Kürzlich beobachtet: Sterben neben Alltagslachen.

Tragezelt.
Reißverschluss. Kunststoff.
Neon im Flur. Kalt.
Hände. Gurte. Griff.

Klemmbrett: Name. Uhrzeit. Haken.
Aufzug: Ping.
Schritte, die nichts erklären.

Gurtklick.
Funkknacken.
Atem im Flur.
Kein Wort.

Ein Laut von unten.
Junge Mutter. Baby.
Lachen.
Weiter.

Kurzes Blinzeln.
Dann: Schweigen.

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Illustration: KI-generiert (eigene Vorgabe)
 
Hallo Driekes

Du hast eine Vorliebe für deine sogenannte Notatlyrik. Aber dieses Thema hätte man mE. durchaus in einen Rahmen mit gefühlvollen Wortbildern gießen können. Das ist aber nur eine kleine Randnotiz meinerseits, deine Worte sprechen eine deutliche Sprache.

LG Teddybär 🐻
 
Moin @Teddybär,

Siehe: Vanitas: Ultimo Ratio
und hier ein (noch-) Entwurf:


Vanitas Ultimo Ratio (als Freies Sonett)

Sie tragen sie hinaus.
Tragezelt. Reißverschluss. Kunststoffrascheln.
Im Hausflur Neon. Ein kurzer Zug kalter Luft.
Kein Pathos. Nur Arbeit.

Jemand sagt etwas ins Funkgerät.
Gummihandschuhe. Klemmbrett. Haken in Kästchen.
Der Aufzug piept, als wäre das der Takt.
Der Flur riecht nach Desinfektion und Januar.

Ich stehe da, zu viel Zeuge,
und denke: So endet also ein Körper: transportfähig.
So endet also ein Name: Akte, Uhrzeit, Unterschrift.

Dann unten: eine Tür.
Eine junge Mutter, ein Baby – dieses helle Lachen.
Und oben, für einen Hauch: ein Lid, als hörte es noch.

Wenn dir noch etwas einfällt, immer her damit 😎

LG, Driekes
 
Hallo Driekes,
genau das meinte ich. Jetzt habe ich ein klares Bild vor Augen und die Atmosphäre wird spürbar.
Als ich wegen der Blinddarm OP im Krankenhaus war, habe ich selbst gesehen, wie ein Sterbender in den Waschraum geschoben wurde, damit er niemanden stört...unmenschlich, grausam, Kälte pur!

Danke für die neue Version, sehr fein!
LG Teddybär 🐻
 
Moin Teddy,

danke dir – genau das Feedback hilft. Und ja: „kurz, knapp, kalt“
ist bei mir in solchen Momenten Absicht. Ich wollte nicht „schön schreiben“,
sondern den Ablauf zeigen: Handgriffe, Geräusche, Protokollton.
Gerade diese Kühle hat mich in der beobachteten Szene getroffen –
und ich wollte, dass sie beim Lesen genauso spürbar wird.

Deine Krankenhaus-Erfahrung ist hart. Dieses „damit er niemanden stört“ ist wirklich unmenschlich – und trifft leider ziemlich genau den Nerv, den ich in dem Text meinte.

Freut mich sehr, dass die neue Version (noch am Werden)
für dich das Bild und die Atmosphäre öffnet.

LG, Driekes
 
  • Driekes
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