(Frühlingslied – aus der Reihe Atem der Landschaft I)
Es ist diese Stunde,
in der die Nacht
noch als Kühle
unter den Hecken liegt,
während der Himmel
sein erstes Blau entfaltet.
Die Wiesen stehen offen,
Gras trägt Tau
wie kleine, zitternde Zeichen,
und über den Zäunen
hebt sich der Duft von Flieder.
Ein Amselruf
schneidet die Stille nicht,
er löst sie nur,
behutsam,
als müsse der Tag
erst lernen zu sprechen.
Aus den Gärten
steigen helle Geräusche:
ein Tor im Wind,
Wasser in einer Kanne,
die ferne Stimme eines Kindes,
noch halb im Traum.
Die Kastanien halten
ihre Kerzen ins Licht,
nicht feierlich,
nur selbstverständlich,
als wüssten sie:
Blühen ist kein Versprechen,
nur ein Versuch.
Mein Atem geht leichter.
Was im Winter hart war,
weicht nicht plötzlich,
aber es gibt nach.
Unter der Erde
arbeitet ein stilles Grün,
drängt ohne Eile
in Zweige und Hände.
Bienen tasten
an den ersten offenen Blüten,
der Morgen riecht nach Regen,
nach Erde,
nach Wärme,
die sich noch nicht traut.
Ich bleibe stehen,
höre dem Wind zu,
wie er durch junge Blätter geht.
Kein Abschied heute.
Nur ein leises Beginnen,
das nicht fragt,
ob es bleiben darf.
Über den Wegen
liegt Licht,
noch weich,
noch ungeübt,
und alles,
was gestern schwer war,
steht einen Atem lang
nicht im Vordergrund.
Der Tag öffnet sich.
Nicht laut.
Nicht ganz.
Aber weit genug,
dass mein Herz
einen Schritt mitgeht.
Mai —
ein heller Rand
am Dunkel der Jahre.
Es ist diese Stunde,
in der die Nacht
noch als Kühle
unter den Hecken liegt,
während der Himmel
sein erstes Blau entfaltet.
Die Wiesen stehen offen,
Gras trägt Tau
wie kleine, zitternde Zeichen,
und über den Zäunen
hebt sich der Duft von Flieder.
Ein Amselruf
schneidet die Stille nicht,
er löst sie nur,
behutsam,
als müsse der Tag
erst lernen zu sprechen.
Aus den Gärten
steigen helle Geräusche:
ein Tor im Wind,
Wasser in einer Kanne,
die ferne Stimme eines Kindes,
noch halb im Traum.
Die Kastanien halten
ihre Kerzen ins Licht,
nicht feierlich,
nur selbstverständlich,
als wüssten sie:
Blühen ist kein Versprechen,
nur ein Versuch.
Mein Atem geht leichter.
Was im Winter hart war,
weicht nicht plötzlich,
aber es gibt nach.
Unter der Erde
arbeitet ein stilles Grün,
drängt ohne Eile
in Zweige und Hände.
Bienen tasten
an den ersten offenen Blüten,
der Morgen riecht nach Regen,
nach Erde,
nach Wärme,
die sich noch nicht traut.
Ich bleibe stehen,
höre dem Wind zu,
wie er durch junge Blätter geht.
Kein Abschied heute.
Nur ein leises Beginnen,
das nicht fragt,
ob es bleiben darf.
Über den Wegen
liegt Licht,
noch weich,
noch ungeübt,
und alles,
was gestern schwer war,
steht einen Atem lang
nicht im Vordergrund.
Der Tag öffnet sich.
Nicht laut.
Nicht ganz.
Aber weit genug,
dass mein Herz
einen Schritt mitgeht.
Mai —
ein heller Rand
am Dunkel der Jahre.