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Feedback jeder Art Kastanienglück

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  • Schmuddelkind
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Die Kastanie sprang zum Spaße
von dem alten Baum herab,
hüpfte in beschwingtem Trab
über die gesamte Straße.

Sie erreichte meine Füße
nach dem zielbewussten Lauf.
Dankgerührt las ich sie auf,
sandt dem Baum im Stillen Grüße.

Ich verstand noch nicht mein Glück,
warf sie weg zum Bordsteinrand.
Doch, als gäb's ein trautes Band,
sprang sie just zu mir zurück.

Dann erst habe ich verstanden,
dass das Glück allein mir gilt.
Neben deinem schönen Bild
ehrt sie, was wir wiederfanden.
 
liebes schmuddelkind,

jedes jahr im herbst stecke ich mir die allererste kastanie, die zufällig in meinen weg gesprungen kommt, in die jackentasche. zum einen mag ich das gefühl, so eine frische, runde und glatte kastanie in der hand halten zu können, zum anderen soll das ja angeblich glück bringen. diesen brauch greifst du in deinem schönen gedicht auf.

scheint es sich in den ersten drei strophen noch um eine reine schilderung rund um diesen brauch zu handeln, überträgst du mit der vierten strophe die geschichte in eine menschliche beziehung. nun wird auch klar, was in strophe drei gemeint ist, als das LI sein glück noch nicht verstand und die kastanie wieder weg warf. das "wiederfanden" in strophe vier weist darauf hin, dass das weggeworfene glück zurückgewonnen wurde.

dabei kann es sich um eine wiedergefundene liebe, aber ebenso gut auch um eine wieder auflebende freundschaft oder einen erneuten, vorher vernachlässigten kontakt zu einem familienmitglied oder bekannten handeln.

gern gelesen und an meine eigenen kastanien erinnert. 😊

liebe grüße
sofakatze
 
Hallo Schmuddelkind,

üblicherweise bevorzuge ich ja Nonsense-Kommentare. Bei deinem Gedicht hat es mir aber die Sprache verschlagen. Ich finde das Bild von der Kastanie und die Übertragung auf eine Beziehungsebene so dermaßen gelungen, da kann ich gar nichts mehr zu sagen. Das hat ein Könner geschrieben.

Vielen Dank dafür.
 
Liebe sofakatze, lieber Harald,

vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für mein Gedicht genommen habt!

jedes jahr im herbst stecke ich mir die allererste kastanie, die zufällig in meinen weg gesprungen kommt, in die jackentasche. zum einen mag ich das gefühl, so eine frische, runde und glatte kastanie in der hand halten zu können, zum anderen soll das ja angeblich glück bringen. diesen brauch greifst du in deinem schönen gedicht auf.
Ja, richtig. Darauf spiele ich an. Und du hast recht: Selbst wenn es Aberglaube ist - so eine Kastanie zu befühlen, ist irgendwie schon ein schönes Erlebnis. Die Form, die Glätte und das Gewahrwerden des Herbstes (meiner Lieblingsjahreszeit!).

scheint es sich in den ersten drei strophen noch um eine reine schilderung rund um diesen brauch zu handeln, überträgst du mit der vierten strophe die geschichte in eine menschliche beziehung. nun wird auch klar, was in strophe drei gemeint ist, als das LI sein glück noch nicht verstand und die kastanie wieder weg warf. das "wiederfanden" in strophe vier weist darauf hin, dass das weggeworfene glück zurückgewonnen wurde.
So sehe ich das auch. Manchmal gehen wir mit dem Glück zu unachtsam um. Vielleicht weil wir von dem Kleinklein des täglichen Lebens so eingenommen sind? Vielleicht auch weil wir unterbewusst denken, wir hätten das Glück nicht verdient. Das LI nahm sein Glück ja auch erst im zweiten Anlauf richtig ernst. Nicht immer erhält man aber eine zweite Chance.

dabei kann es sich um eine wiedergefundene liebe, aber ebenso gut auch um eine wieder auflebende freundschaft oder einen erneuten, vorher vernachlässigten kontakt zu einem familienmitglied oder bekannten handeln.
Ja, Schmuddis Wege sind unergründlich.😉

üblicherweise bevorzuge ich ja Nonsense-Kommentare. Bei deinem Gedicht hat es mir aber die Sprache verschlagen. Ich finde das Bild von der Kastanie und die Übertragung auf eine Beziehungsebene so dermaßen gelungen, da kann ich gar nichts mehr zu sagen. Das hat ein Könner geschrieben.
Danke für dein großes Lob!
Die Natur ist ja die eigentliche Könnerin. Ich habe nur von ihr abgeschrieben.

Liebe Grüße
Schmuddi
 
  • Schmuddelkind
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