Kreis aus Licht
Die Bäume standen wie alte Zeugen, schweigend, aber wach, als hätten sie längst begriffen, warum er kam. Ihre Stämme wirkten im Dunkel breiter, fast atmend, und zwischen den Ästen hing ein Geruch von feuchter Erde und etwas Metallischem, das er nicht einordnen konnte. Odin blieb kurz stehen, hob die Nase, und die Luft vibrierte - kaum merklich, wie ein Zeichen, das sich nicht zeigen wollte.
Er setzte einen Schritt, dann noch einen, und der Boden gab unter seinen Pfoten nach, weich wie ein Erinnerungsfetzen. Der Wald war kein Ort mehr, sondern ein Zustand. Ein Raum, der ihn prüfte, indem er nichts tat. Nur Dunkel, nur Atem, nur dieses leise Ziehen, das ihn weiterführte.
Ein Laut löste sich irgendwo links, kein Tier, eher ein Riss im Schweigen. Odin drehte den Kopf, die Ohren hoch, und für einen Moment glaubte er, eine Bewegung zu sehen - nicht Form, eher Schwingung. Etwas, das sich zurückzog, sobald er es bemerkte. Er kannte solche Dinge. Sie gehörten zu Nächten, die älter waren als sein Name.
Er lief weiter, tiefer hinein, bis der Wald enger wurde und die Schatten dichter. Der Geruch änderte sich, wurde wärmer, vertrauter, wie ein Faden, der sich um sein Inneres legte. Dein Geruch. Nicht frisch, aber nah genug, um ihn zu tragen. Er beschleunigte, nicht aus Angst, sondern aus dieser seltsamen Gewissheit, dass du irgendwo hier warst - nicht körperlich, eher wie ein Abdruck, den die Welt behalten hatte.
Der Pfad unter ihm war kaum noch ein Pfad, eher ein Abdruck von Bewegung, der sich durch das Unterholz zog. Und plötzlich, ohne Vorwarnung, öffnete sich der Wald. Ein kleiner Kreis aus Licht, so schwach, dass er fast übersehen hätte, wie es den Nebel durchbrach. Odin trat hinein, und die Luft wurde klarer, als hätte jemand die Ordnung kurz zurechtgerückt.
Er setzte sich. Nicht aus Erschöpfung, sondern weil der Moment es verlangte. Die Stille war nicht mehr dröhnend, sondern gespannt, als würde sie auf etwas warten. Odin hob den Kopf, und in seinen Augen spiegelte sich ein Schimmer, der nicht von den Sternen kam.
Vielleicht war es ein Zeichen.
Vielleicht nur Erinnerung.
Vielleicht etwas, das älter war als ihr beide.
Aber es war da.
Und es wartete.
Die Bäume standen wie alte Zeugen, schweigend, aber wach, als hätten sie längst begriffen, warum er kam. Ihre Stämme wirkten im Dunkel breiter, fast atmend, und zwischen den Ästen hing ein Geruch von feuchter Erde und etwas Metallischem, das er nicht einordnen konnte. Odin blieb kurz stehen, hob die Nase, und die Luft vibrierte - kaum merklich, wie ein Zeichen, das sich nicht zeigen wollte.
Er setzte einen Schritt, dann noch einen, und der Boden gab unter seinen Pfoten nach, weich wie ein Erinnerungsfetzen. Der Wald war kein Ort mehr, sondern ein Zustand. Ein Raum, der ihn prüfte, indem er nichts tat. Nur Dunkel, nur Atem, nur dieses leise Ziehen, das ihn weiterführte.
Ein Laut löste sich irgendwo links, kein Tier, eher ein Riss im Schweigen. Odin drehte den Kopf, die Ohren hoch, und für einen Moment glaubte er, eine Bewegung zu sehen - nicht Form, eher Schwingung. Etwas, das sich zurückzog, sobald er es bemerkte. Er kannte solche Dinge. Sie gehörten zu Nächten, die älter waren als sein Name.
Er lief weiter, tiefer hinein, bis der Wald enger wurde und die Schatten dichter. Der Geruch änderte sich, wurde wärmer, vertrauter, wie ein Faden, der sich um sein Inneres legte. Dein Geruch. Nicht frisch, aber nah genug, um ihn zu tragen. Er beschleunigte, nicht aus Angst, sondern aus dieser seltsamen Gewissheit, dass du irgendwo hier warst - nicht körperlich, eher wie ein Abdruck, den die Welt behalten hatte.
Der Pfad unter ihm war kaum noch ein Pfad, eher ein Abdruck von Bewegung, der sich durch das Unterholz zog. Und plötzlich, ohne Vorwarnung, öffnete sich der Wald. Ein kleiner Kreis aus Licht, so schwach, dass er fast übersehen hätte, wie es den Nebel durchbrach. Odin trat hinein, und die Luft wurde klarer, als hätte jemand die Ordnung kurz zurechtgerückt.
Er setzte sich. Nicht aus Erschöpfung, sondern weil der Moment es verlangte. Die Stille war nicht mehr dröhnend, sondern gespannt, als würde sie auf etwas warten. Odin hob den Kopf, und in seinen Augen spiegelte sich ein Schimmer, der nicht von den Sternen kam.
Vielleicht war es ein Zeichen.
Vielleicht nur Erinnerung.
Vielleicht etwas, das älter war als ihr beide.
Aber es war da.
Und es wartete.