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Feedback jeder Art Mein Reh

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Ich habe bewusst eine Wand gezogen, ohne die Konsequenzen wirklich zu verstehen.
Die Hand, die du nach mir ausgestreckt hast, schien nur danach zu greifen, mir alles von dir zu nehmen. Mein Blick, mein Herz, alles lag außerhalb meines Körpers und schlug in lähmender Zeitlupe, weil ich jede einzelne Faser von dir spüren wollte.
Meine eigene Dummheit ließ mich nach einem letzten Kuss betteln. Nur um zu wissen, dass wir jemals wirklich echt waren.
Das Licht blendete mich, doch du hattest es längst in dir aufgesaugt. Es spiegelte sich in unserer Liebe, bis du es schließlich vollständig absorbiertest und uns in einer vergifteten Dunkelheit zurückließest. Einer Dunkelheit, aus der ich irgendwann keine andere Wahl mehr hatte, als vor deinem Schatten davonzulaufen.
Nun hat er dich vollkommen eingenommen.
So sehr, dass ich weiß, dass die beste Version von dir niemals wieder die Sonne aufgehen sehen wird.
Ich war überzeugt, für das Messer in deinem Rücken verantwortlich zu sein. Für die unerklärlichen Schmerzen, die dich zum Schreien brachten. Doch sag mir, warum nur deine Hände voller Blut sind.
Also sitze ich vergebens wartend im Sand und sehe dem Sonnenuntergang über einem Meer entgegen, das von Unsicherheit gezeichnet ist. Einsam zwischen schmerzhaften Wahrheiten und verschwommener Realität.
Wenn die Nacht sich langsam nähert, ziehe ich mich zurück in ihre vertraute Dunkelheit. Dort suche ich noch immer deinen Schatten. Nicht weil ich glaube, dich retten zu können, sondern weil ein Teil von mir hofft, dass die Illusion meiner Liebe vielleicht doch noch irgendwo existiert.
Damit du, falls noch etwas von dir übrig ist, wenigstens den Morgen für dich allein haben kannst.
Und vielleicht kann ich uns nach all dem Warten noch ein letztes Mal beobachten. Vorsichtig wie ein scheues Reh. Kann die reine Schönheit unserer Erinnerung in mich aufnehmen, bevor mich der flüsternde Wind wieder mit der unerwünschten Realität in die Knie zwingt.
Es sollte Verbundenheit regnen.
Doch stattdessen donnerten Angst und Verzweiflung durch mein Herz.


Meine Beine taub vor Elektrizität.
Meine Gedanken versteckt vor jeglicher Realität.
Von verschiedensten Seiten verzerrt und auf unendlichen Weiten aus Sicherheit entfernt.
Alle Erinnerungen aus Federn und Steinen bewahre ich an einem gut geschützten Ort. Ein Ort, dessen Besuche mit meiner stetigen Heilung und Entwicklung immer seltener werden, bis ich wieder ohne Hilfe atmen kann.
Auf das Kleinste heruntergebrochen würde man es wohl die schmerzhafte erste Liebe nennen. Die Art von Liebe, die dich zum Lernen zwingt.
Dass all deine alten und neuen Wunden heilen, bleibt wohl die einzige Hoffnung, die niemals ganz vergeht.
 
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