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Feedback jeder Art mit dem Tod auf Wanderschaft

  • Ersteller Ersteller Amadea
  • Erstellt am Erstellt am
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  • Arvid Nacht
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Wolken, dicht zurechtgeschoben,
Regen perlt bereits von oben,
und ich muss die Schuhe binden,
um den Berg zu überwinden.
Wasser tropft. Das Regenwetter
klopft Gedanken auf die Blätter.
Rege strömen mir Gedanken
und mein Berg beginnt zu wanken.
 
Donnernde Gedankenblitze,
schwitzend will ich nur zur Spitze.
Lauf mit Wasser um die Wette,
Bäche quellen aus dem Bette.
Längst verschwunden sind die Wege,
weggespült sind alle Stege.
Und wie Murmeln rollen Steine
grollend mir um meine Beine.
 
Wasser drückt mit nasser Schwere,
als ich einen Strom durchquere,
auf zwei Brocken, die im Regen
plötzlich rutschend sich bewegen.
Grabsteine, die mich zermalen,
nehmen mir die Lebensqualen.
Hab ein letztes Mal gewunken
bin versunken wohl ertrunken.
 
Stürze strudelnd in die Tiefe,
nehm den kurzen Weg und triefe,
teile mich in Moleküle.
Tja, so ändern sich die Ziele.
Flüsse murmeln die Gesänge
leis am Fuß der Bergeshänge,
spucken alles ungesehen
in die Meere, in die Seen...
 
- ich verdunste in die Höhen
hab so was noch nie gesehen,
über Fels und Baumeswipfel,
Wolkenflug zum Bergesgipfel.
setz als Schnee mich erst mal nieder,
finde mich im Bächlein wieder,
lass mich treiben, lass mich gehn.
Ach, wie ist das Leben schön!
 
Hi Amadea 
 
Jetzt kann ich dir das Kompliment nur zurückgeben. Hier fliegt man auch in Windeseile durch jeder Zeile. Wunderbar! 
Den Berg des Lebens zu erklimmen ist nicht leicht. Doch scheint es ein Leichtes zu sein, sich danach einfach gehen zu lassen. 
 
LG Alex 
 
Ein herausragender Text, liebe Amadea, den ich sehr gerne aus der Versenkung geholt habe. "Mit dem Tod auf Wanderschaft" ein Wettkampf, der sich am Ende der Reise als etwas ganz Wunderbares offenbart.

Sehr gern gelesen und empfohlen.

Lieben Gruß, Letreo
 
Das Gedicht wirkt wie ein Kreislauf, der sich selbst erzählt. Der Aufstieg, der Sturz, die Auflösung - und dann dieses leise Wiederfinden im Wasser, im Schnee, im Fließen. Es hat etwas von einer Wanderung durch die eigenen Zustände, erst schwer, dann leichter, fast heiter am Ende. Die Bilder sind klar, fast körperlich: Regen, Steine, Strudel, Moleküle. Und trotzdem liegt darunter eine Ahnung von etwas Größerem, als würde der Text sagen, dass selbst der Tod nur eine weitere Form von Bewegung ist. Insgesamt sehr rund, sehr bildhaft, mit einem Ton, der trotz der Schwere nicht dunkel bleibt.
 
  • Arvid Nacht
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