Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Textarbeit erwünscht nachtbücher

Der/die Autor/in wünscht sich konkrete Rückmeldungen zur Textgestaltung.
  • L
    letzte Antwort
  • 1
    Antworten
  • 527
    Aufrufe
  • Teilnehmer
 
verschluck unauffällig 
pupillen der welt
sie kratzen im hals
sie kitzeln auch selbst
in gedanken
gedanken
nur fitzel die brannten
ich schnipse ein zündholz
und flitze von tanken
 
der schnipsel verdammnis
wiegt selten in schlaf
bin ich eins mit der nacht
wo‘s das schwärzeste schaf ?
 
wer’s ein braveheart demnach
und im herzen doch brav?
fühl mich in dieser schlacht
wie ein blinder soldat
 
was ich bin 
was ich darf
wird von ersten verschrieben
von zweiten genommen
und vom dritten verschwiegen
 
wo die quellen versiegen
findet man nach bedarf
den kontrollapparat
in mir fließenden friedens
EE9685C3-59DA-4715-805B-A11C82785997.jpeg
 
Das ist ein traumhaftes Bild und ist in einer rätselhaften Weise geschrieben, die mir persönlich gefällt. Es regt dazu an es wieder und wieder zu lesen um die spezielle Atmosphäre zu begreifen. Irgendwie bekomme ich dabei das Gefühl, dass jemand in einer bedrohten unsicheren Welt versucht zu überleben, eine Welt, die in Flammen aufgehen kann, oder aufgegangen ist. Der Titel Nachtbücher deutet dabei an, dass es Gedankenfetzen vor dem Einschlafen sind, oder „Geschichten“, die Nachts im Täumen erlebt werden. Wie die dritte Strophe andeutet, fühlt sich das „Ich“ als Kömpfer, aber blind, was wieder auf die Pupillen, der zweiten Zeile verweist.

Für den Leser würde ich es eigentlich so wie es ist lassen aber in „verdaubare Happen“ gliedern.

Deshalb würde ich für den Leserhythmus die erste Strophe in drei Teile von je drei Zeilen gliedern (oder doch Kommas setzen?)

Dementsprechend würde ich „was ich bin was ich darf“ in eine Zeile setzen.

Ich finde die Wortwahl sehr raffiniert, mit vielen ähnlichem Worten, teilweise wird man auch zum assoziativen „Falschlesen“ animiert, falls so etwas beabsichtigt war. (Kitzeln oder Kritzeln, Tanken oder Danken, wer‘s oder wär’s) Und das Gelesene macht dann auf rätselhafte Weise immer noch Sinn. Deshalb wäre es aus meiner Sicht sinnlos, irgendwo eine andere Worte zu empfehlen. Irgendwie, das ist rein mein persönliches Emofinden, lebt das Gedicht gerade von Worten, die einem „quer runtergehen“.

Das ist für mich moderne Lyrik „at its best“, ohne den zusammenhaltenden Reim, der für mich etwas aus einer vergangenen Zeit hat, in der es zwar Bedrohungen und Kriege in der Welt gab, die Welt als solche aber nicht so bedroht war wie heute.

Klasse!
 
  • L
    letzte Antwort
  • 1
    Antworten
  • 527
    Aufrufe
  • Teilnehmer

Unbeantwortete Themen von Yoar Mandalay

Themen Besucher

Zurück
Oben