Das ist ein traumhaftes Bild und ist in einer rätselhaften Weise geschrieben, die mir persönlich gefällt. Es regt dazu an es wieder und wieder zu lesen um die spezielle Atmosphäre zu begreifen. Irgendwie bekomme ich dabei das Gefühl, dass jemand in einer bedrohten unsicheren Welt versucht zu überleben, eine Welt, die in Flammen aufgehen kann, oder aufgegangen ist. Der Titel Nachtbücher deutet dabei an, dass es Gedankenfetzen vor dem Einschlafen sind, oder „Geschichten“, die Nachts im Täumen erlebt werden. Wie die dritte Strophe andeutet, fühlt sich das „Ich“ als Kömpfer, aber blind, was wieder auf die Pupillen, der zweiten Zeile verweist.
Für den Leser würde ich es eigentlich so wie es ist lassen aber in „verdaubare Happen“ gliedern.
Deshalb würde ich für den Leserhythmus die erste Strophe in drei Teile von je drei Zeilen gliedern (oder doch Kommas setzen?)
Dementsprechend würde ich „was ich bin was ich darf“ in eine Zeile setzen.
Ich finde die Wortwahl sehr raffiniert, mit vielen ähnlichem Worten, teilweise wird man auch zum assoziativen „Falschlesen“ animiert, falls so etwas beabsichtigt war. (Kitzeln oder Kritzeln, Tanken oder Danken, wer‘s oder wär’s) Und das Gelesene macht dann auf rätselhafte Weise immer noch Sinn. Deshalb wäre es aus meiner Sicht sinnlos, irgendwo eine andere Worte zu empfehlen. Irgendwie, das ist rein mein persönliches Emofinden, lebt das Gedicht gerade von Worten, die einem „quer runtergehen“.
Das ist für mich moderne Lyrik „at its best“, ohne den zusammenhaltenden Reim, der für mich etwas aus einer vergangenen Zeit hat, in der es zwar Bedrohungen und Kriege in der Welt gab, die Welt als solche aber nicht so bedroht war wie heute.
Klasse!