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  • Chilicat
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Am schummrigen Licht einer lähmenden Stille
zerknittern die Falten der Lustlosigkeit,
im Kopf schwirrt das lautlose Zirpen der Grille,
die sich aus den Netzen der Spinne befreit.

Das Spinnentier knabbert an losen Gedanken,
und wirft mir die Reste der letzten zum Fraß,
die Spiegelung senkt ihre nächtlichen Schranken,
sie trägt eine Maske, durchsichtig wie Glas.

Im Gestern gefangen, im Heute verloren,
der Reiz von Momenten ertrunken im See.

Der weiche Abschluss:

Als stille Verbündete, mir auserkoren:
Der Schlaf, der behütet, ein Kännchen mit Tee.



07.02.2026
 
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Hallo Chilicat,

so oder ähnlich haben sich wohl einige von uns schon mal in jenem Dämmerzustand zwischen Wachen und Träumen gefühlt. Schönes, treffendes Bild: Die Spinne, die in ihrem Netz die Gedanken wie Grillen einfängt. "Grille" bezeichnet ja in älteren Texten auch eine fixe Idee, die sich im Oberstübchen eingenistet hat und mit ihrem Gefiedel die Vernunft übertönt. Der galoppierende Amphibrachys ist das passende Versmaß für diesen Ritt durch die Nacht.
Sehr schön auch der Spannungsbogen mit dem surrealistischen Beginn, der Fressorgie im Mittelteil und dem beruhigenden Ausklang. Ein kleines Drama in drei Akten ...

Aber mit Verlaub: Die Prosazusätze bräuchte es hier nicht, sie lenken eher ab vom Gedicht, das für sich selbst spricht.

Sehr gerne gelesen.

Gruß Cornelius
 
Hallo Cornelius,
danke fürs Reflektieren. Mit der Einleitung wollte ich nur erklären, wie solche Gedanken entstehen können, wenn die tägliche Reizüberflutung wegfällt und nur die Stille einen noch umgibt. Ich kann es aber auch entfernen. Dann steht das Gedicht im leeren Raum aus dem es gekommen ist.
Vielleicht auch besser so, damit sich jeder selbst Gedanken darüber machen kann, wenn man denn möchte.
Liebe Grüße
Chilicat


Ein kleines P.S.: Ich habe dieses Gedicht nicht bewusst geschrieben, es hat sich irgendwie verselbstständigt.
 
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