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Textarbeit erwünscht Passend sprechen, passend schweigen

Der/die Autor/in wünscht sich konkrete Rückmeldungen zur Textgestaltung.
  • Claudi
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Schweigen kann zur rechten Zeit
eines Menschen beste Tat sein.
Zuhörn kann ein guter Rat sein,
oftmals wär das echt gescheit.

Manchmal sollte grad der Mann
auf das Wort der Frau gut hören
und sich weniger empören,
wenn sie recht hat dann und wann.

Schweigen kann zur falschen Zeit
zu erhöhter Spannung führen.
Man kann's leider grade spüren -
Hass macht sich mit Hetze breit.

Hört man manches Wutgeschrei,
sollte man den Mund aufmachen,
statt wie üblich nichts zu machen.
Widerstand braucht's, seid dabei!

Kontext ist das Zauberwort.
Es wär schön, wenn's überwiege.
Wenn man passend spräch und schwiege
wär die Welt ein bessrer Ort!




Hallo zusammen,

hier ist mal ein älterer Text von mir, an dem ich einige Zeit herumgeschraubt habe - jetzt liegt er seit einiger Zeit da, weil ich nicht mehr weiterkomme, ihn aber noch nicht so ganz rund finde.

Was ich selbst bemerkt habe:

Strophe 1: Ja, "Rat sein" auf "Tat sein" ist wirklich ein nicht so schöner Reim - der letzte Vers hängt für mich auch etwas in der Luft und ist da, damit das Reimschema komplett ist.
Strophe 2: "auf das Wort der Frau gut hören" - irgendwas stört mich an gut, das ist eher als Füllwort so drin. Das "dann und wann" zum Schluss ist auch wieder drin, damit es vom Reim her passt und schwächt die Botschaft zudem in meinen Augen auch ab.
Strophe 3 passt tatsächlich für mich.
Strophe 4: "Mund aufmachen" - "nichts zu machen". Auch nicht so prall. Der letzte Vers wirkt irgendwie plump auf mich.
Strophe 5: Soll so das Fazit sein, wenn ich das mit den Konjunktiven hinbekommen habe, wäre ich damit auch zufrieden.

Bin ich da zu kritisch? Was könnte man besser/anders machen oder passt das sogar so? Ich bin nur so halb zufrieden...

Liebe Grüße!
 

Claudis Themen
Moin Doscho,

wunderbar, dass du uns konkret sagst, wo es für dich noch nicht ganz rund läuft. Da lässt es sich leicht kommentieren! Ich geh mal deine Anmerkungen durch:

Strophe 1: Ja, "Rat sein" auf "Tat sein" ist wirklich ein nicht so schöner Reim
Doch, das ist ein schöner Spaltreim, das findet man nicht so oft in Gedichten und ich mag das! Fürs Auge sieht er ein bisschen nach einem identischen Reim aus. Vielleicht meinst du das? Fürs Ohr - und das ist entscheidend - klingt er aber gut, denn das Wort "sein" ist ja hier unbetont und entspricht genau einer Ableitungssilbe, die ja auch immer identisch sein muss. Die betonten Silben, die hier herausklingen, sind aber vollkommen rein gereimt.

Schweigen kann zur rechten Zeit
eines Menschen beste Tat sein.
Zuhörn kann ein guter Rat sein,
oftmals wär das echt gescheit.
Auch inhaltlich kann ich hier nicht meckern. Das ist doch genau das Thema, also für mich hängt hier nichts in der Luft.

Strophe 2: "auf das Wort der Frau gut hören" - irgendwas stört mich an gut, das ist eher als Füllwort so drin. Das "dann und wann" zum Schluss ist auch wieder drin, damit es vom Reim her passt und schwächt die Botschaft zudem in meinen Augen auch ab.
Manchmal sollte grad der Mann
auf das Wort der Frau gut hören
und sich weniger empören,
wenn sie recht hat dann und wann.

Ja, das "gut" in V2 klingt sehr metrumgeschuldet. Möchtest du Vorschläge? "Dann und wann" finde ich ganz passend an der Stelle, das stört mich nicht.

Strophe 3 passt tatsächlich für mich.
Schweigen kann zur falschen Zeit
zu erhöhter Spannung führen.
Man kann's leider grade spüren -
Hass macht sich mit Hetze breit.

Hier würde ich V3 leicht umstellen, damit "kann" auf eine Hebung kommt:

Leider kann man's grade spüren - oder:
Gerade kann man' leider spüren

Strophe 4: "Mund aufmachen" - "nichts zu machen". Auch nicht so prall. Der letzte Vers wirkt irgendwie plump auf mich.
Hört man manches Wutgeschrei,
sollte man den Mund aufmachen,
statt wie üblich nichts zu machen.
Widerstand braucht's, seid dabei!

Ja, hier hast du tatsächlich einen rührenden Reim, den mag ich auch nicht so gerne. Rhetorisch passt er allerdings gut rein. Da bin ich etwas gespalten, würde aber fast sagen: lass ihn stehen. Und zu V4 stimme ich dir ebenfalls zu.

Strophe 5: Soll so das Fazit sein, wenn ich das mit den Konjunktiven hinbekommen habe, wäre ich damit auch zufrieden.
Kontext ist das Zauberwort.
Es wär schön, wenn's überwiege.
Wenn man passend spräch und schwiege
wär die Welt ein bessrer Ort!

Auch hier stimme ich dir zu. Die Strophe würde ich neu schreiben.

Das wars fürs Erste. Ich bleibe aber gerne weiter dabei und begleite dich bei der Überarbeitung.

LG Claudi
 
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