Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Textarbeit erwünscht Passend sprechen, passend schweigen

Der/die Autor/in wünscht sich konkrete Rückmeldungen zur Textgestaltung.
  • M
    letzte Antwort
  • 5
    Antworten
  • 116
    Aufrufe
  • Teilnehmer
Schweigen kann zur rechten Zeit
eines Menschen beste Tat sein.
Zuhörn kann ein guter Rat sein,
oftmals wär das echt gescheit.

Manchmal sollte grad der Mann
auf das Wort der Frau gut hören
und sich weniger empören,
wenn sie recht hat dann und wann.

Schweigen kann zur falschen Zeit
zu erhöhter Spannung führen.
Man kann's leider grade spüren -
Hass macht sich mit Hetze breit.

Hört man manches Wutgeschrei,
sollte man den Mund aufmachen,
statt wie üblich nichts zu machen.
Widerstand braucht's, seid dabei!

Kontext ist das Zauberwort.
Es wär schön, wenn's überwiege.
Wenn man passend spräch und schwiege
wär die Welt ein bessrer Ort!




Hallo zusammen,

hier ist mal ein älterer Text von mir, an dem ich einige Zeit herumgeschraubt habe - jetzt liegt er seit einiger Zeit da, weil ich nicht mehr weiterkomme, ihn aber noch nicht so ganz rund finde.

Was ich selbst bemerkt habe:

Strophe 1: Ja, "Rat sein" auf "Tat sein" ist wirklich ein nicht so schöner Reim - der letzte Vers hängt für mich auch etwas in der Luft und ist da, damit das Reimschema komplett ist.
Strophe 2: "auf das Wort der Frau gut hören" - irgendwas stört mich an gut, das ist eher als Füllwort so drin. Das "dann und wann" zum Schluss ist auch wieder drin, damit es vom Reim her passt und schwächt die Botschaft zudem in meinen Augen auch ab.
Strophe 3 passt tatsächlich für mich.
Strophe 4: "Mund aufmachen" - "nichts zu machen". Auch nicht so prall. Der letzte Vers wirkt irgendwie plump auf mich.
Strophe 5: Soll so das Fazit sein, wenn ich das mit den Konjunktiven hinbekommen habe, wäre ich damit auch zufrieden.

Bin ich da zu kritisch? Was könnte man besser/anders machen oder passt das sogar so? Ich bin nur so halb zufrieden...

Liebe Grüße!
 

Claudis Themen
Moin Doscho,

wunderbar, dass du uns konkret sagst, wo es für dich noch nicht ganz rund läuft. Da lässt es sich leicht kommentieren! Ich geh mal deine Anmerkungen durch:

Strophe 1: Ja, "Rat sein" auf "Tat sein" ist wirklich ein nicht so schöner Reim
Doch, das ist ein schöner Spaltreim, das findet man nicht so oft in Gedichten und ich mag das! Fürs Auge sieht er ein bisschen nach einem identischen Reim aus. Vielleicht meinst du das? Fürs Ohr - und das ist entscheidend - klingt er aber gut, denn das Wort "sein" ist ja hier unbetont und entspricht genau einer Ableitungssilbe, die ja auch immer identisch sein muss. Die betonten Silben, die hier herausklingen, sind aber vollkommen rein gereimt.

Schweigen kann zur rechten Zeit
eines Menschen beste Tat sein.
Zuhörn kann ein guter Rat sein,
oftmals wär das echt gescheit.
Auch inhaltlich kann ich hier nicht meckern. Das ist doch genau das Thema, also für mich hängt hier nichts in der Luft.

Strophe 2: "auf das Wort der Frau gut hören" - irgendwas stört mich an gut, das ist eher als Füllwort so drin. Das "dann und wann" zum Schluss ist auch wieder drin, damit es vom Reim her passt und schwächt die Botschaft zudem in meinen Augen auch ab.
Manchmal sollte grad der Mann
auf das Wort der Frau gut hören
und sich weniger empören,
wenn sie recht hat dann und wann.

Ja, das "gut" in V2 klingt sehr metrumgeschuldet. Möchtest du Vorschläge? "Dann und wann" finde ich ganz passend an der Stelle, das stört mich nicht.

Strophe 3 passt tatsächlich für mich.
Schweigen kann zur falschen Zeit
zu erhöhter Spannung führen.
Man kann's leider grade spüren -
Hass macht sich mit Hetze breit.

Hier würde ich V3 leicht umstellen, damit "kann" auf eine Hebung kommt:

Leider kann man's grade spüren - oder:
Gerade kann man's deutlich spüren

Strophe 4: "Mund aufmachen" - "nichts zu machen". Auch nicht so prall. Der letzte Vers wirkt irgendwie plump auf mich.
Hört man manches Wutgeschrei,
sollte man den Mund aufmachen,
statt wie üblich nichts zu machen.
Widerstand braucht's, seid dabei!

Ja, hier hast du tatsächlich einen rührenden Reim, den mag ich auch nicht so gerne. Rhetorisch leistet er hier allerdings eine ganze Menge. Um diese Gegnüberstellung von Reden und Tun so klar hinzukriegen, würde man sonst sicherlich einige Verse mehr brauchen. Da bin ich also etwas gespalten und würde fast sagen: lass ihn stehen. Und zu V4 stimme ich dir ebenfalls zu.

Strophe 5: Soll so das Fazit sein, wenn ich das mit den Konjunktiven hinbekommen habe, wäre ich damit auch zufrieden.
Kontext ist das Zauberwort.
Es wär schön, wenn's überwiege.
Wenn man passend spräch und schwiege
wär die Welt ein bessrer Ort!

Auch hier stimme ich dir zu. Der korrekte Konjunktiv wäre wiegte oder wöge. Damit könnte man evtl. etwas Ähnliches hinbiegen. Ich ließe es bleiben. Die Strophe würde ich neu schreiben. Da geht bestimmt was wesentlich Besseres.

Insgesamt finde ich den Text sehr allgemein gehalten. Konkrete Beispiele lesen sich immer spannender. Vielleicht findest du für die Schlussstrophe noch einen konkreten Aufhänger?

Das wars fürs Erste. Ich bleibe aber gerne weiter dabei und begleite dich bei der Überarbeitung.

LG Claudi
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @Claudi ,

recht herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort!

Doch, das ist ein schöner Spaltreim, das findet man nicht so oft in Gedichten und ich mag das! Fürs Auge sieht er ein bisschen nach einem identischen Reim aus. Vielleicht meinst du das? Fürs Ohr - und das ist entscheidend - klingt er aber gut, denn das Wort "sein" ist ja hier unbetont und entspricht genau einer Ableitungssilbe, die ja auch immer identisch sein muss. Die betonten Silben, die hier herausklingen, sind aber vollkommen rein gereimt.
OK, daran müsste ich mich erst gewöhnen. Ja, ich meinte, dass der Reim recht identisch klingt und daher auch eher platt und unschön ist.

Ja, das "gut" in V2 klingt sehr metrumgeschuldet. Möchtest du Vorschläge? "Dann und wann" finde ich ganz passend an der Stelle, das stört mich nicht.
Ja, gerne! Auch allgemein, wenn du oder jemand sonst Verbesserungsvorschläge habt, immer gerne!

Insgesamt finde ich den Text sehr allgemein gehalten. Konkrete Beispiele lesen sich immer spannender. Vielleicht findest du für die Schlussstrophe noch einen konkreten Aufhänger?

Ich verstehe, was du meinst, trotzdem war das eigentlich sogar die Idee des Gedichts. Erste Strophe: Schweigen kann gut sein. Zweite Strophe: Beispiel. Dritte Strophe: Sprechen kann gut sein. Vierte Strophe: Beispiel. Fünfte Strophe: Fazit. Das war eigentlich der Plan, aber ja, das Ergebnis ist tatsächlich recht oberflächlich geblieben.

Danke dir für deine Zeit und liebe Grüße!
 

Claudis Themen
Manchmal sollte grad der Mann
auf das Wort der Frau gut hören
und sich weniger empören,
wenn sie recht hat dann und wann.

Hier mal eine Möglichkeit für S2:

Manchmal wär es für den Mann
besser, auf die Frau zu hören,
statt sich drüber zu empören,
wenn sie recht hat dann und wann. - dass sie gleichfalls denken kann?

Und hier eine Variante für S4:

Hört man manches Wutgeschrei,
sollte man den Mund aufmachen,
statt wie üblich nichts zu machen.
Widerstand braucht's, seid dabei!

Hört man solches Wutgeschrei,
sollte man die Stimme heben
und entschieden kontra geben.
Traut euch, Leute, seid dabei!

Mit deiner Aufforderung am Schluss könnte das Gedicht auch gut hier enden. Dann läge der Fokus mehr auf: "Schweigen ist manchmal Gold, Reden kann manchmal Platin sein."

Deinen Wunsch gebe ich nochmal weiter. Das geht häufig unter:

Ja, gerne! Auch allgemein, wenn du oder jemand sonst Verbesserungsvorschläge habt, immer gerne!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Doscho!

Manchmal sollte grad der Mann
auf das Wort der Frau hin hören
und sich weniger empören,
wenn sie recht hat dann und wann.

Wäre mir spontan eingefallen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • M
    letzte Antwort
  • 5
    Antworten
  • 116
    Aufrufe
  • Teilnehmer

Unbeantwortete Themen von Doscho

Aktive Themen von Doscho

Zufällige Themen

Zurück
Oben