Lieber Fehyla,
vielen Dank, dass du dir die Zeit für mein Gedicht genommen und deine Gedanken dazu mit mir geteilt hast!
inhaltlich verarbeitet das Gedicht den Verlust einer Liebe über die drastische Metapher der Selbstoperation und des „Phantomschmerzes“, was eindringlich die Nachwirkung emotionaler Verletzungen zeigt.
Super Deutung! Danke!
Ja, ich fand diese extreme Metapher passend zu dem Gefühl, so sehr bei jemandem sein zu wollen, zu dem man nicht mehr gehört. Dieses Phänomen des Phantomschmerzes fand ich einfach sehr passend zu dem Schmerz, den man empfindet, wenn man sich von jemandem trennt, aber diese Person noch immer sehr liebt.
Stilistisch arbeitet es mit klaren Reimen, kurzer Form und einer schockierenden Bildsprache, die Aufmerksamkeit erzeugt und den Schmerz pointiert verdichtet.
Zu kurzen Formen neige ich generell. Versuche immer, möglichst wenig um den heißen Brei herum zu reden, wenn es mir gelingt.
Auch wenn für manche Leser die sehr direkte, körperliche Gewaltmetapher plakativ wirken könnte und wenig Raum für Zwischentöne ließe, ist der Text wirkungsvoll und polarisiert dadurch.
Eigentlich wollte ich nicht einmal polarisieren, sondern empfand es eigentlich als ein vielleicht nicht typisches, aber auch nicht sonderlich exzentrisches Herz-Schmerz-Gedicht. Aber falls es polarisieren sollte, nehme ich es gerne in Kauf, um das Gedicht das sein zu lassen, was es sein will.
Keine Bange: Mir ist bewusst, dass du "polarisieren" nicht negativ meintest. Wollte auch nur sagen, dass es für mich auch nichts Negatives ist, aber dass ich es auch nicht darauf angelegt habe.
Liebe Grüße
Schmuddi