SCHWARZE ENGELvon Sam de Wenah
Die Tage
tragen kein Licht mehr.
Sie liegen
wie nasse Erde
auf meiner Brust.
Gedanken
ziehen durch die Nacht
wie Rauch
aus verbrannten Jahren.
Hoffnung
ist ein zerbrochenes Glas.
Ich hebe die Splitter
und schneide mich
an Erinnerungen.
Schwarze Engel
stehen im Dunkel meines Zimmers.
Reglos.
Sie haben
die Geduld der Nacht.
Ihre Flügel
sind aus Schatten.
Ihre Augen
kennen das Ende.
Sie warten.
Sie flüstern
mit der Stimme
meiner Müdigkeit:
Der Kampf
ist vorbei.
Dann legen sie
ihre schwarzen Flügel
auf mein Herz
wie Erde
auf einen Sarg.
Doch tief
unter der Asche
meiner Tage
glimmt noch
ein Rest.
Eine Glut.
So klein,
dass selbst die Nacht
sie übersah.