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Aus der Serie Gedankensalat (XXVI)

Streichen -
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Kein Einfall
ist heilig.

Ein Satz steht da
wie ein Möbelstück im Raum.
Zu groß.
Zu bequem.

Ich sehe ihn an.
Er verteidigt sich.

Was bleibt,
wenn ich ihn streiche?

Stille.

Schreiben heißt nicht finden.
Schreiben heißt entfernen.

Wort für Wort
fällt durch den Rost.

Was klirrt,
war nie tragfähig.

Was bleibt,
trägt.

Und wenn nichts bleibt,
war es nie wahr.

Die Schreibfeder
ist gnädiger
als der Beifall.
 
Hallo Driekes,
dichten heißt auch "verdichten", aber wird es übertrieben,
kanns schnell hermetisch sein und lässt kein Verstehen rein.
Da lob Ich mir übertagene Worte, die von der mehrdeutigen Sorte!
Gern Mitgestrichen und LG
Perry
 
Hallo @Driekes

Ist SCHREIBEN ✍️ ein Nehmen oder ein Geben?
Wörtern die Bedeutung nehmen, ihnen Sinn geben. Wörter neu ordnen und kalibrieren und Worthülsen mit Poesie füllen...Ist das unsere Aufgabe?
Oft ist weniger mehr. Wörter müssen Ballast abwerfen, sich unterordnen, man muss sie gefügig machen, einpassen in ein großes Ganzes. Das Ganze muss Gefühl zeigen, das Herz berühren und den Intellekt fordern. Oder die Lachmuskeln strapazieren.
Wie auch immer: Oft verfehlt man das Ziel, man trifft nicht ins Schwarze und verfängt sich im Niemandsland zwischen den Zeilen.

Ein paar Gedankenblätter habe ich in deinem Gedankengarten gerne hinterlassen.
LG Teddybär 🐻
 
Moin @Perry,

danke dir für den Hinweis – der ist berechtigt.
Verdichtung kann schnell zur Tür ohne Klinke werden, da hast du recht.
Für mich ist „Streichen“ der Versuch, das Handwerk sichtbar zu machen,
ohne es zum Selbstzweck werden zu lassen.

Und ja:
Beim Streichen denke ich mit, dass jemand mitliest.
Nicht, um zu erklären – aber um eine Öffnung zu lassen.

Danke fürs Mitstreichen und für den wachen Blick.



Moin auch @Teddybär

danke für deine Gedanken – die Frage „Nehmen oder Geben?“ trifft den Kern.
Für mich ist Schreiben genau diese Spannung:
Ballast wegnehmen, damit etwas tragen kann.

Und bei aller Werkstatt-Härte gilt für mich trotzdem:
Die Schreibfeder ist gnädiger als der Beifall –
aber sie schreibt nicht allein.

Am Ende soll ein Text nicht nur technisch stehen,
sondern Gefühl zulassen und Denken anstoßen.

Danke für die Gedankenblätter im Garten.

LG
Driekes
 
Hallo @Driekes

Ich musste da an Die Abenteuer des Tom Sawyer denken, wo „streichen“ auch eine
Art Inszenierung sein kann …

Vielleicht verwechsle ich da auch etwas (dann kannst du’s streichen…)

Gern gelesen!

LG Guenk
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin @Guenk,

den Tom-Sawyer-Gedanken mag ich sehr – „streichen“ als Inszenierung hat was.
Bei mir ist es eher weniger Zaun, mehr Text: weniger Glanz, mehr Tragfähigkeit.
Aber der Hinweis sitzt – man kann mit dem Akt des Streichens natürlich auch eine Pose bauen.

Danke dir fürs Mitlesen!



Hallo @Rudolf,

wie gut! Ich glaube, du hast „Schreibfeder“ als „Schreibfehler“ gelesen –
und ehrlich: das passt sogar. Denn genau dafür ist der Radiergummi da:
nicht Trost, sondern Erlaubnis, noch einmal anzusetzen.

Und das Bild mit Schilfrohr/Zeder aus dem Talmud ist stark –
biegsam statt stolz-starr.

Danke fürs Teilen!

LG Driekes
 
  • Driekes
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