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Nur Kommentar Todestag

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  • Lizzy
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Ich hatte so viele Worte
für Trauer und für Schmerz,
jetzt geht es mir gut
und himmelwärts
seh ich schon einen Engel winken,
auf dem Friedhof da drüben
die Grableuchten blinken.

Es geht mir gut,
doch ich kann ´s nicht beschreiben,
ich stehe nur stumm
vor den Fensterscheiben
und seh andere Menschen,
Kaleidoskop aus Glas,
sie lachen und tanzen, haben Spaß,
ein buntes Treiben.

Ich wünsche nichts mehr,
will nichts mehr verlangen,
ich fühle mich frei
von Hoffen und Bangen,
ich schließe die Augen
voll Klarheit und Mut,
jetzt geht es mir gut,
denn ich bin gegangen.
 
Hallo Lizzy,
ja, der Blick auf die Umgebung kann sich im Alter wandeln.
Die eigenen Prioritäten ändern sich und das Leben der anderen entfernt sich immer mehr.
Da das LI aber noch sein Dasein beschreibt, lese Ich den Schluss als "in Gedanken gegangen."
Gern mit durchs Kaleidoskop geblickt und LG
Perry
 
Hallo Perry,
danke für Dein aufmerksames Lesen! Das Gedicht ist mir gestern einfach so eingefallen, zum Todestag meiner Oma, die mich großgezogen hat. Vielleicht sind dem LI in seiner letzten Stunde Gegenwart und Vergangenheit nicht mehr so bewußt gewesen….

Liebe Grüße, Lizzy
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Lizzi,
„ich bin gegangen“ habe ich als „ich bin (gerade) gestorben“ verstanden. Du hast diesen Moment gut gewählt und ihn mit bewusstem Erleben von Erleichterung ausgestattet und die Gestorbene mit der Fähigkeit, von außen (durch Scheiben) ins Leben der Hinterblieben Einblick nehmen zu können.
Was mich wundert, ist, dass das LI nur Positives (lachen und tanzen) hinter den Scheiben findet, obwohl es sich auch an eigenes Bangen erinnert.

Sehr gern gelesen.
LG g
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Gummibaum,
danke für Deinen Kommentar! Ich glaube, das LI findet nur Positives weil es nach einem Leben voll Trauer und Bangen endlich loslassen kann und im Gehen bemerkt, daß Menschen auch Spaß haben können und es kann sich jetzt darauf einlassen, weil es ihm ja jetzt auch gut geht. In der Geborgenheit des Todes spürt das LI seine Angst vor dem Leben nicht mehr…..
Meine Oma hat das, glaube ich, so empfunden.

Liebe Grüße,
Lizzy
 
Liebe Lizzy,

ich hab dein Gedicht auch so verstanden, dass ein Mensch, der ein schweres Leben hatte, angesichts des Todes alle Lebenslast ablegt und befreit und leicht aus dem Leben geht, er muss nicht mehr leiden, nichts mehr befürchten und muss sich nicht mehr abmühen.
Ein anderer, der ein fröhlicheres Leben hatte, geht vielleicht mit Trauer aus dem Leben, weil er nun dies und das nicht mehr tun kann.

Sehr gern gelesen
LG Wilde Rose
 
Liebe Wilde Rose,
genauso ist es! Meine Oma hatte ein hartes Leben und war wie befreit, als sie wußte, jetzt geht es zu Ende! Ich danke Dir für Deinen einfühlsamen Kommentar und sende Dir liebe Grüße,

Lizzy
 
  • Lizzy
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