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Feedback jeder Art Überflutet

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  • Schmuddelkind
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Zu laut. Zu schnell. Zu viel.
Alles auf einmal.
Stimmen, die sich überlagern, verschmelzen, zusammenstoßen.
Worte ohne Bedeutung. Lachen ohne Grund.
Schreie. Flüstern. Alles drückt gegen meinen Schädel, als wollte es hinein – oder hinaus, ich weiß es nicht einmal.
Das Licht ist zu weiß, zu grell, es schneidet. Ich spüre es auf meiner Haut wie Nadeln. Warum zuckt sonst niemand zusammen?

Warum scheint es allen gut zu gehen?

Der Wind hört nicht auf. Meine Haare kleben an meinen Lippen, an meinen Augen. Ich streiche sie weg, wieder und wieder und wieder.
Es hilft nicht. Nichts hilft.

Mein Atem ist zu flach, oder zu laut. Ich kann es nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich falsch atme. Falsch existiere.

Sieh mich nicht an.
Sprich nicht mit mir.
Nicht.

Meine Gedanken sind keine Gedanken. Sie sind Funken. Scharf, flackernd, verschwinden, bevor ich sie greifen kann.
Zu viele.
Ich kann keinen einzigen festhalten, ohne dass drei andere dazwischen schreien.

Ich will weg.

Aber wohin?
Wohin geht man, wenn es der eigene Kopf ist, der zu laut ist?

Ich will Stille.
Ich will Ruhe.
Ich will, dass alles aufhört, sich zu bewegen – nur für einen Moment.

Nur …

nur einen Moment.
 
Hallo Elisabeth,
Willkommen bei den Poeten!
Es gibt Situationen in denen einen alles
Zu laut. Zu schnell. Zu viel.
überflutet und man nur will, dass es aufhört!
Du hast diesen "Ausnahmezustand" gut und eindringlich eingefangen und es bleibt nur zu hoffen, dass das LI wieder zur Ruhe kommt und auch die hoffnungsvollen Töne des Lebens wieder heraushören kann!
Viel Spaß hier und LG
Perry
 
Liebe elisabeth,

auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum!

Dein Gedicht lese ich wie die Wahrnehmung der Welt aus Sicht eines Autisten: Die enorme Reizüberflutung, die sich durch eine Geräusch- und Lichtflut ergibt - einzelne Töne können kaum mehr unterschieden werden, Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr getrennt werden, sodass alles miteinander verschwimmt. Dann sind selbst so unwesentliche Reize wie die Haare an den Lippen oder das Gefühl des eigenen Atems zu viel, zu krass.

Mit eindrücklichen Worten lässt du den Leser an diesen Erfahrungen teilhaben. Besonders die rhetorischen Fragen zwischendurch vermitteln ein Gefühl von Verzweiflung und Hilflosigkeit, die sich gut nachempfinden lässt und die letztendlich in den alles überlagernden Wunsch nach Stille mündet. Dies könnte der Beginn eines autistischen Shutdown sein.

Gerne gelesen!

Liebe Grüße
Schmuddi
 
  • Schmuddelkind
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