桃紅復含宿雨,柳綠更帶春烟。
花落家僮未掃,鶯啼山客猶眠
Der Pfirsichflor ist rot / erneut so schwer von Regennacht
Der Weidenbaum so grün / ist abermals mit Dunst verhängt
Die Blüten die verstreut / vom Burschen wurden nicht gefegt
Es klingt ein Vogelchor / der Herr des Hauses nicht erwacht
Wenn Menschen in asiatischer Landschaftsmalerei abgebildet werden verschwinden sie zwischen hohen Bergen, tiefen Schluchten, daher ziehenden Wolken und Andeutungen von Hainen mit blühenden Bäumen und Wasserfällen. Wenn sie in chinesischen Vierzeilern auftreten, kann es sein, dass nur Stimmen in der Ferne gehört werden, oder dass Gäste schon gegangen sind, oder ein Besucher hören muss, dass der Hausherr nicht da ist.
Ein roter Faden jener Dichtung ist die Sicherheit, dass die „Dinge“ schon selber erzählen, das Schriftzeichen allein schon oft eine kleine zusammengesponnene Geschichte bilden. Der Betrachter sieht 5 oder 7 Zeichen (hier ausnahmsweise 6) und muss sich daraus einen Reim machen, vier Zeilen als Szenenwechsel begreifen.
Wurde der Mensch in der Dichtung oft nur angedeutet, so erscheint er hier im Vierzeiler von Wang Wei sogar ausdrücklich zwei Mal. Als Bursche, Hausknecht und als Hausherr, im Original „Berg-Gast“, vermutlich ein Ehrentitel eines Menschen der sich vom Staatsdienst zurückgezogen hat. Aber jener Bursche fegt nicht und der Herr des Hauses schläft, handelt also auch nicht. Hier spricht das Ideal des nicht-Handelns, damit die Natur, arrangiert vom Dichter, selber sprechen kann. Ein rotblühender Pfirsichbaum, die schwer am Regen zu tragen hatte, eine Trauerweide in einem Gewand von grünen Zweigen, die sich am Morgen einen Dunstschleier umlegt. Auffallend sind die Zeichen 復 und 更, die angeben es gestern und vielleicht vorgestern auch schon so war. Sogar die Vögel, die sonst wecken, wecken nicht und sind nur für sich da und nicht für die Menschen.
花落家僮未掃,鶯啼山客猶眠
Der Pfirsichflor ist rot / erneut so schwer von Regennacht
Der Weidenbaum so grün / ist abermals mit Dunst verhängt
Die Blüten die verstreut / vom Burschen wurden nicht gefegt
Es klingt ein Vogelchor / der Herr des Hauses nicht erwacht
Wenn Menschen in asiatischer Landschaftsmalerei abgebildet werden verschwinden sie zwischen hohen Bergen, tiefen Schluchten, daher ziehenden Wolken und Andeutungen von Hainen mit blühenden Bäumen und Wasserfällen. Wenn sie in chinesischen Vierzeilern auftreten, kann es sein, dass nur Stimmen in der Ferne gehört werden, oder dass Gäste schon gegangen sind, oder ein Besucher hören muss, dass der Hausherr nicht da ist.
Ein roter Faden jener Dichtung ist die Sicherheit, dass die „Dinge“ schon selber erzählen, das Schriftzeichen allein schon oft eine kleine zusammengesponnene Geschichte bilden. Der Betrachter sieht 5 oder 7 Zeichen (hier ausnahmsweise 6) und muss sich daraus einen Reim machen, vier Zeilen als Szenenwechsel begreifen.
Wurde der Mensch in der Dichtung oft nur angedeutet, so erscheint er hier im Vierzeiler von Wang Wei sogar ausdrücklich zwei Mal. Als Bursche, Hausknecht und als Hausherr, im Original „Berg-Gast“, vermutlich ein Ehrentitel eines Menschen der sich vom Staatsdienst zurückgezogen hat. Aber jener Bursche fegt nicht und der Herr des Hauses schläft, handelt also auch nicht. Hier spricht das Ideal des nicht-Handelns, damit die Natur, arrangiert vom Dichter, selber sprechen kann. Ein rotblühender Pfirsichbaum, die schwer am Regen zu tragen hatte, eine Trauerweide in einem Gewand von grünen Zweigen, die sich am Morgen einen Dunstschleier umlegt. Auffallend sind die Zeichen 復 und 更, die angeben es gestern und vielleicht vorgestern auch schon so war. Sogar die Vögel, die sonst wecken, wecken nicht und sind nur für sich da und nicht für die Menschen.