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Feedback jeder Art Was ist Schreiben?

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Was ist Schreiben?

Schreiben ✍️ ist die Beschmutzung von etwas unschuldig Geduldigem, von einem Blatt Papier. Gleichzeitig ist es, als ob ein Siegel aufgebrochen wird, das Siegel des Schweigens. Ein Festhalten von etwas, das im Gedächtnis längst im Fluss ist. Eine Regulierung von ungestümen Bildern, die den Geist torpedieren, aus der inneren Notwendigkeit der Seele. Schreib oder stirbt, lebe mit dem Wort, erhebe die Stimme. Schrei es hinaus in die Welt, hinterlasse dort deine Wort-Pfützen, vielleicht blickt jemand darauf und sieht sein eigenes Spiegelbild. Besseres kann dir nicht passieren.
Im Grunde ist alles schon gesagt. Also schredder deine Gedankenbilder wie in einem Reisswolf und setzte alles zu einem bedeutungsvollen neuen Ganzen zusammen. Zu einem Gesamtbild, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Worte werden so zu fliegenden Drachen und du bist der Drachentöter. Allein du kannst sie erlösen.

© Teddybär 🐻​
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Teddybär,
meine Gedanken zu diesem Thema, das Du sehr gut in Worte gefasst hast:

ein Gedicht wird nicht einfach geschrieben,
es wird geboren, es entsteht
aus einem tiefen, absoluten Gefühl.
Etwas geschieht in mir,
spinnt sich in meine Seele
und wartet, bis die Zeit gekommen ist,
bis es aufbrechen muß,
der Schmerz schreien muß
mit seinen eigenen Worten,
die Freude überströmt,
ihr eigenes Lichtlied singt,
die Quelle sprudelt, der Vulkan explodiert
und ich speie Worte aus
oder lasse sie auf der Zunge zergehen.
Kümmerlich wäre mein Wortgebilde
läge nicht ein Stück Seele darin verborgen!

Mit lieben Grüßen, Lizzy
 
Hallo Teddybär,
zugegeben, der Begriff "Beschmutzung" eines unschuldigen Blatt Papiers als Einstieg hat mich etwas irritiert, denn ist das menschengemachte Blatt nicht dazu gedacht beschrieben oder bemalt zu werden? Eher kann Ich noch etwas damit anfangen, wenn es sich auf das inhaltlich bzw. optisch zum Ausdruck Gebrachte bezieht.
Jedenfalls hast Du mit dem Text eine sehr interessante Diskussion angestoßen, weil er sich mit dem tieferen Gründen und dem Sinn unseres Schreibens auseinandersetzt.
Mit dem Schreddern bzw. dem Reißwolf am Schluss tue Ich mich auch etwas schwer, weil hier das gewollte "Zerstören" als Voraussetzung zur Neuschaffung gestellt wir. Für mich ist es eher ein Suchen und Aufgreifen von Wörtern oder Bildern, um das eigene Gedankenkarussell damit zum Drehen zu bringen.
Gern mit deinen Thesen auseinandergesetzt und LG
Perry
 
Hi Ted,
deinem Text...
Was ist Schreiben?

Schreiben ✍️ ist die Beschmutzung von etwas unschuldig Geduldigem, von einem Blatt Papier. Gleichzeitig ist es, als ob ein Siegel aufgebrochen wird, das Siegel des Schweigens. Ein Festhalten von etwas, das im Gedächtnis längst im Fluss ist. Eine Regulierung von ungestümen Bildern, die den Geist torpedieren, aus der inneren Notwendigkeit der Seele. Schreib oder stirbt, lebe mit dem Wort, erhebe die Stimme. Schrei es hinaus in die Welt, hinterlasse dort deine Wort-Pfützen, vielleicht blickt jemand darauf und sieht sein eigenes Spiegelbild. Besseres kann dir nicht passieren.
Im Grunde ist alles schon gesagt. Also schredder deine Gedankenbilder wie in einem Reisswolf und setzte alles zu einem bedeutungsvollen neuen Ganzen zusammen. Zu einem Gesamtbild, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Worte werden so zu fliegenden Drachen und du bist der Drachentöter. Allein du kannst sie erlösen.
mag ich eine passende,
und aussagekräftige
Antwort geben:
"Schreiben ist die Notiz des Lebens!"
...ansonsten passt deins
hab's vor'm sinnieren gerne gelesen,
aber viel zu denken gab es da nicht...
...es ging Ruck-Zuck, jetzt schönen Samstag für dich.

LG Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich freue mich, dass Ihr so eifrig an der Diskussion zu diesem Thema beteiligt seid.
Mein Dank gilt im besonderen den Autoren @Monolith ,@Lizzy ,@Donna ,@Perry ,@Ralf T.
Gedankt sei auch den Lesern und Likern!

Der Einstieg ins Thema ist von mir bewusst provokant gewählt und erklärt sich dann im Text selbstredend. Das Ganze mündet in der Ermunterung zum Stift zu greifen.

LG Teddybär 🐻
 
Das spricht mich sehr an, lieber Teddybär.

Mit Interesse gelesen.

Wichtig auch, dass das Papier nicht nur beschrieben wird, sondern mit den erhaltenen Worten zurückfragt: Stimmt das so? Kannst du es nicht besser sagen? Horch doch noch mal tiefer! Es ist ein Partner, ein Freund, der dein Bestes will...

LG g
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin @Teddybär,

dein Text ist weniger „Begriffserklärung“ als ein Startsignal –
und das passt: Schreiben beginnt ja selten geschniegelt, eher als Übergriff aufs Schweigen.
Diese „Beschmutzung“ lese ich nicht als Schmutz, sondern als Spur:
das Blatt war nicht unschuldig, es war nur leer.
Und leer ist manchmal die härteste Zumutung.

Am stärksten finde ich deine „Wort-Pfützen“: nicht das große Denkmal,
sondern etwas Zurückgelassenes, in dem ein anderer sich plötzlich erkennt.
Genau das ist der Moment, in dem Schreiben Sinn kriegt, ohne ihn zu behaupten.

Und der Reißwolf am Ende: Für mich ist das kein Zerstören, sondern Entknoten
altes Material zerfasern, bis es wieder neu kombinierbar ist.
Drachen töten musst du dafür nicht; es reicht, sie zu bändigen,
damit sie tragen statt torpedieren.

Ein Manifest aus Druck und Lust am Formen.

LG. Driekes
 
Hallo @Driekes

Deine Lesart gefällt mir und du schlägst einen feinen Ton an.
Das leere Blatt Papier ist für mich ein Sinnbild von bereits Vollendetem, makellos und rein. Das bedarf keiner Hinzufügung!
Mit dem Schreddern ist gemeint, dass wir bereits von den ganz Großen der Dichtkunst Bilder und Worte in uns tragen. Es kann und soll nicht unsere Aufgabe sein, als Schreibende daran festzuhalten. Übernommenes muss quasi zerstört und neu zusammengesetzt werden. Der Drache der Vergangenheit muss vorrangig im Denken verschwinden. Wir sind Wegbereiter von Neuem, wenn auch auf einem anderen Niveau.

Dir mein herzlicher Dank und lieben Gruß!
Teddybär 🐻
 
Hallo Teddybär, mir erging es beim Lesen anfangs wie Perry, doch dank Driekes Kommentar habe ich Deine Wortwahl dann mit anderen Augen gesehen. Wir stellen uns der Herausforderung des leeren Blattes letztlich immer wieder neu.
Für mich ist Schreiben mittlerweile zum Bedürfnis geworden, denn so finden Gefühle und Gedanken Ausdruck.

Liebe Grüße Darkjuls
 
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