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Zu heilig ist das Leben zum Verklären.
Selbst Odin, der ein Auge auf das Wissen
geworfen, musste dieses Auge missen.
Zum Skaldensang erheben wir das Horn
im Tanz auf wild gewachsenen Altären.

"Doch heilig", wird von mit der Schrift Vertrauten
gepredigt, "ist nur Einer!". Wir erstrahlen
in mönchischer Kasteiung und bezahlen
dafür mit einem Krongeflecht aus Dorn.
Im Namen Jesu lässt man dies verlauten.

Hinauf zum Licht erheben Kathedralen
sich nun als Monumente des Sakralen –
als steingewordner Glaube, den wir bauten.

Sie werden der Erhabenheit entrissen –
der Stein von Zeit und Pflanzenwerk zerbissen
wird dieser Ort Lebendiges gebären.
 
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Lieber Anaximandala,

ein schöner Cyclus, der von der Naturreligion ausgehend über das geistige Konstrukt des Cristentums zur Natur zurückführt. Aufbau, sprachliche Präzision und Reimschema gefallen mir sehr.

Hoffentlich werden wir -wie es das Gedicht in Aussicht stellt- die Natur bald wieder mehr verehren als zerstören.

Sehr gern gelesen.
LG g.
 
Hallo Delf,

beim Pantokrator willst Du dem Leser ein "e" für ein o vormachen, was sich ändern lässt. Ansonsten ist die Ellipse, den Einschub im zweiten Satz betreffend, unnötig und also unschön; ebenso der dem Reim geschuldete "Dorn", der doch wohl den Plural verlangt. Dem Pantokrator-Vers würde ich darüber hinaus eher sprachliche Laxheit denn Präzision attestieren, da eben dieser Pantokrator eigentlich nie etwas verlauten ließ; die Zeit der Verlautbarungen ist die seines irdischen Dasein, soweit wir durch die verschiedenen Evangelien wissen. Sodann leuchtet die Kadenz wenigstens mir (syntaktisch) keineswegs ein. Vielleicht kannst Du mir da was weniges auf die Sprünge helfen. Die abnehmende Wirkung des Reims bei zunehmender Länge des Verses habe ich ja schon irgendwann erwähnt; ähnlich verhält es sich mit zu weit voneinander entfernten Versen, die nurmehr optisch wirken.

Überdies ein nicht uninteressanter Aufbau.

Gruß

E.
 
Hallo gummibaum,

hab vielen Dank für deine netten Worte!

Hoffentlich werden wir -wie es das Gedicht in Aussicht stellt- die Natur bald wieder mehr verehren als zerstören.

Ich würde es mir auch wünschen 😊


Hallo Endeavour,

ich komme nicht umhin zu merken, dass ein paar der von dir genannten Punkte ziemlich konkret dem entsprechen, womit ich selber noch nicht glücklich bin.

Ich unterscheide hier am besten zwischen drei Bereichen
- wofür ich mich bewusst entschieden habe
- was ich als für mich akzeptabel hingenommen habe
- und wo ich schlicht und einfach Fehler gemacht habe.

Der Pantokrator, oh, das war schlicht und einfach ein Fehler.
Ebenso die Formulierung, er habe es verlauten lassen. Dabei handelt es sich um eine Variation einer vorherigen Fassung, die ich vergessen habe, wieder zu
Im Namen Jesu lässt man dies verlauten.
zu ändern.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Verwendung von "syntaktisch" ganz zutreffend ist. Aber das ist zweitrangig, schließlich weiß ich was du meinst.
Ich glaube hier treffen in gewisser Weise ein ideeller Anspruch deinerseits auf eine Tendenz zu sprachlich etwas groben Ausschlägen meinerseits.

Darum möchte ich hier aber nicht streiten, schließlich habe ich die Kadenz mehr hingenommen, als bedacht. Vielleicht könnte zu einem späteren Zeitpunkt eine Diskussion darüber in einem übergeordneten Kontext interessant sein.

Mit dem Dorn hatte ich zu kämpfen.
Er ist mehr als gezwungener Reim entstanden, nachdem ich die erste Strophe nicht angemessen mit vier Zeilen schließen konnte.
Am liebsten wäre es mir gewesen, ohne die zusätzliche Zeile in den beiden ersten Strophen zu schreiben.

Die Ellipse im zweiten Satz stört mich ehrlich gesagt weniger. Ich finde sie im Kontext auch nicht unpassend.
Eine Alternative wäre gewesen:
Selbst Odin, der ein Auge auf das Wissen
geworfen hatte, muss es darum missen.
Hier war mir die Präzision, was er missen muss wichtiger, als die Grammatik.

Zu den weit voneinander entfernten Versen. Du beziehst dich auf die letzte Zeile, deren Reim abgeschlagen liegt, oder?
Ja das stimmt, und ich bin mir dessen bewusst. Aber es geht mit der Anordnung der Reime/Strophen einher, für die ich mich bewusst entschieden habe. In gewisser Weise liegt in der verlorenen Reimwirkung finde ich am Schluss die Einleitung von etwas Neuem, wenn es auch gar nicht wirklich neu ist.

Ich muss mir erst einmal Gedanken darüber machen, und eventuell überarbeite ich das Gedicht noch und versuche, es auf 14 Zeilen zu bringen.


Habt vielen Dank für eure Kommentare und einen schönen Tag!

Viele Grüße
Delf
 
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