Notatlyrik-Kleinserie:
Sechs Notate über Liebe: Ankunft, Puls, Nähe, Brandstelle, Abkühlung,

Nicht Inspiration. Arbeit.
I – Ankunft
Deine Jacke über dem Stuhl.
Nicht ordentlich. Echt.
Zwei Tassen.
Eine steht falsch herum, als hätte sie’s eilig gehabt.
Im Bad: eine Haarspange.
Kleines Metall, große Wirkung.
Mein Schlüsselbund klingt anders,
seit ein zweiter Schlüssel daran hängt.
Ich nenne das nicht Glück.
Ich nenne das: da.
II – Puls
Ich sage mir: langsam.
Der Körper sagt: zu spät.
Dein Name im Display —
und alles in mir macht einen Schritt nach vorn.
Verliebtsein ist keine Blume.
Es ist ein Reflex mit schöner Ausrede.
Ich will nicht schwach sein.
Ich bin nur offen.
Und offen heißt: verletzbar.
III – Nähespuren
Laken: zerknittert.
Kissen: verschoben.
Die Decke: zu klein für zwei, trotzdem benutzt.
Auf dem Tisch:
dein Glas mit Fingerabdruck,
mein Feuerzeug,
eine Quittung ohne Zweck.
Liebe hinterlässt keine Gedichte.
Sie hinterlässt Spuren.
Und die sind genauer.
IV – Brandstelle
Passion ist Wärme, ja.
Aber auch: Kontrollverlust im guten Hemd.
Ich merke, wie ich dich will,
wenn ich eigentlich nur atmen wollte.
Und plötzlich wird jeder Tag
ein Test:
Ob ich mich halten kann,
oder ob ich laufe.
Ich laufe.
Nicht immer.
Aber oft genug, um es Wahrheit zu nennen.
V – Abkühlung
Der Kaffee wird kalt.
Nicht dramatisch. Einfach kalt.
Das Fenster beschlägt nicht mehr.
Die Luft steht wieder gerade.
Dein Duft im Flur: dünner.
Dein Becher im Schrank: sauber.
Vergänglichkeit ist kein Messer.
Sie ist ein Putzlappen.
Sie nimmt, was eben noch geglänzt hat.
VI – Restwort
Ich übe, dich nicht zu vermissen.
Als wäre das eine Technik.
Manchmal klappt’s
für drei Minuten.
Dann fällt ein Wort aus dem Alltag
und trifft mich wie früher.
Ich schreibe nicht, um dich festzuhalten.
Ich schreibe,
damit ich nicht so tue, als wärst du nie da gewesen.
Nota:
Harter Schädel.
Weiches Herz.
Das ist die Arbeit.
Illustration: KI-generiert (eigene Vorgabe)
Sechs Notate über Liebe: Ankunft, Puls, Nähe, Brandstelle, Abkühlung,

Nicht Inspiration. Arbeit.
I – Ankunft
Deine Jacke über dem Stuhl.
Nicht ordentlich. Echt.
Zwei Tassen.
Eine steht falsch herum, als hätte sie’s eilig gehabt.
Im Bad: eine Haarspange.
Kleines Metall, große Wirkung.
Mein Schlüsselbund klingt anders,
seit ein zweiter Schlüssel daran hängt.
Ich nenne das nicht Glück.
Ich nenne das: da.
II – Puls
Ich sage mir: langsam.
Der Körper sagt: zu spät.
Dein Name im Display —
und alles in mir macht einen Schritt nach vorn.
Verliebtsein ist keine Blume.
Es ist ein Reflex mit schöner Ausrede.
Ich will nicht schwach sein.
Ich bin nur offen.
Und offen heißt: verletzbar.
III – Nähespuren
Laken: zerknittert.
Kissen: verschoben.
Die Decke: zu klein für zwei, trotzdem benutzt.
Auf dem Tisch:
dein Glas mit Fingerabdruck,
mein Feuerzeug,
eine Quittung ohne Zweck.
Liebe hinterlässt keine Gedichte.
Sie hinterlässt Spuren.
Und die sind genauer.
IV – Brandstelle
Passion ist Wärme, ja.
Aber auch: Kontrollverlust im guten Hemd.
Ich merke, wie ich dich will,
wenn ich eigentlich nur atmen wollte.
Und plötzlich wird jeder Tag
ein Test:
Ob ich mich halten kann,
oder ob ich laufe.
Ich laufe.
Nicht immer.
Aber oft genug, um es Wahrheit zu nennen.
V – Abkühlung
Der Kaffee wird kalt.
Nicht dramatisch. Einfach kalt.
Das Fenster beschlägt nicht mehr.
Die Luft steht wieder gerade.
Dein Duft im Flur: dünner.
Dein Becher im Schrank: sauber.
Vergänglichkeit ist kein Messer.
Sie ist ein Putzlappen.
Sie nimmt, was eben noch geglänzt hat.
VI – Restwort
Ich übe, dich nicht zu vermissen.
Als wäre das eine Technik.
Manchmal klappt’s
für drei Minuten.
Dann fällt ein Wort aus dem Alltag
und trifft mich wie früher.
Ich schreibe nicht, um dich festzuhalten.
Ich schreibe,
damit ich nicht so tue, als wärst du nie da gewesen.
Nota:
Harter Schädel.
Weiches Herz.
Das ist die Arbeit.
Illustration: KI-generiert (eigene Vorgabe)