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Feedback jeder Art Distichen

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Distichen

Gedichte werfen mich nicht um, Distichen,
keine Hexameter formal, nicht am Meter,
bin froh, wenn's musikalisch-metrisch sind,
höre gern Blues und Freejazz zum Dichten
Das Versmaß schleppt er als Interpreter
Wer sich um Hebung und Senkung ringt,
darf es zählen oder es anders richten.
 
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Claudis Themen
Lieber Abenteuerpoet,

ich frage mich, was ich mit diesem Text anfangen soll. Das LI scheint eine Person zu sein, die Gedichte/Distichen nicht sonderlich gerne liest:

Gedichte mich nicht umwerfen, Distichen,
Mich nicht umwerfen heißt wohl soviel wie "reißen mich nicht vom Hocker"? Die zweite Zeile ist mir völlig unverständlich und dann:

bin froh, wenn's musikalisch-metrisch sind,
Das ist verständlich, der komplette Rest bleibt rätselhaft. Danach geht es plötzlich nicht mehr ums Lesen, sondern ums eigene Dichten?

höre gern Blues und Freejazz zum Dichten
Das Versmaß schleppt er als Interpreter
Wer ist denn "er"? Der Dichter oder der Leser? Ebenso der Schluss.

Wenn es eine reine Geschmacksbekundung ist, okay. Jeder kann ja lesen, was ihm gefällt. Und fürs Schreiben gilt selbstredend das Gleiche. Ich persönlich lese solche fragmentarischen Gedichte eigentlich kaum, aber ich liebe Rätsel und hoffe, du klärst mich auf!

LG Claudi
 
Hallo Claudi

Es geht um meine Unlust am Dichten wegen zu formaler Poesie. Hier ist es nur eine Spielerei, nicht allzu ernst zu nehmen
keine Hexameter formal, nicht am Meter,
Diese Zeile ist auf Deutsch völlig daneben. Mit "am Meter" meinte ich, wie man hier früher sagte, etwas sei kilometerweit oder lang. Also auch ändere folgende Zeilen zu passendem Text:


Gedichte mich nicht umwerfen, Distichen,
Hexameter formal, bis zum letzten Meter
Ich bin nur froh, wenn's musikalisch wird,
höre gern Blues und Freejazz beim Dichten
Mein Versmaß schleppt sich. Ich bin Interpret.
Wer sich um Hebung und Senkung ringt,
darf es zählen oder es anders richten.


Geschmacksbekundung ist es nicht. Es ist eher das, was mir wichtiger ist, etwas weniger Formales neu, mehr Musikalisches, wie ich es verstehe.
Ältere Gedichtformen waren fest gelungen. An denen kann man vieles lernen. Weiter darf es auch weiter Spaß machen.

Vielen Dank für Deine Unterstützung. Ich hoffe, dass es nun einfacher zu verstehen ist. Ich hatte es leider zu schnell veröffentlicht. Wie auch immer, es muss auch kein Supergedicht werden.

LG Abenteuerpoet
 
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Claudis Themen
Es geht um meine Unlust am Dichten wegen zu formaler Poesie. Hier ist es nur eine Spielerei, nicht allzu ernst zu nehmen
Ah, verstehe. Es geht also allgemein um die Beschränkung durch die Form. Dann würde ich hier nicht ausgerechnet das Distichon erwähnen. Das verwirrt nur und ist auch ein sehr ausgefallenes Beispiel.

Es ist eher das, was mir wichtiger ist, etwas weniger Formales neu, mehr Musikalisches, wie ich es verstehe.
Dieser Vers klingt tatsächlich recht musikalisch:

Ich bin nur froh, wenn's musikalisch wird,
Das ist auch der Vers, der mich als Leserin am meisten anspricht. Des weiteren fände ich noch interessant:

höre gern Blues und Freejazz beim Dichten
Aus diesen beiden Versen könnte man etwas machen, das die Lesenden verstehen und das nicht zu weit hergeholt ist, z.B.

Ich hör beim Dichten gerne Blues und Freejazz
und freue mich, wenn's musikalisch wird.

Das wären Blankverse. Lies mal laut. Wie klingt das für dich? Auf Reime würde ich verzichten, wenn ich du wäre. Das heißt nicht, dass du auf mich hören musst. Ich wäre dann nur die falsche Ansprechpartnerin für dich, weil ich glaube, dass ich zu streng mit dir wäre.

P.S.:

Sorry, wenn das jetzt zu übergriffig ist. Aber wenn ich mich mit Gedichten beschäftige, passiert es leicht, dass ich meine eigenen Ideen reinbringe. Dies fände ich schön als Gemeinschaftsgedicht von uns beiden:

Ich hör beim Dichten gerne Blues und Freejazz
und freue mich, wenn's musikalisch wird.
Die Sprache ist mein Saxofon: Ich spiele
zwar nicht wie Charlie Parker, doch mit Spaß.

So wären alle Negativ-Aussagen, die immer ein bisschen nach Jammern klingen, in positive Aussagen verwandel, die die Leserschaft mitnehmen.
 
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Hallo Claudi,

Das mit den Reimen hast Du recht. Meist wird es schwieriger, musikalisch zu bleiben. Beim obigen Text hat es aber gerade mit Reimen wie Distichen und Gedichten angefangen, dann wurde es mit anderen Reimen weitergeführt. Dabei darf es nicht zu ernst nehmen. Bei fast allen anderen Gedichten lässt es sich bluesig anhören und lesen. Synkopen dürfen wohl sein, jedoch versuche ich immer, Holperer zu vermeiden. Ich formuliere es um, solange, bis es für mich passt. Aber natürlich können es Leser immer wieder anders sehen. Mit den Hebungen und Senkungen habe ich vor langer Zeit auch mal gezählt und es ist mir dabei langweilig geworden. Seither höre ich nur noch nach meinem Gehör.

LG Abenteuerpoet
 

Claudis Themen
Beim obigen Text hat es aber gerade mit Reimen wie Distichen und Gedichten angefangen,
Distichen und Gedichten reimt sich aber leider nicht. Selbst wenn beide auf der zweiten Silbe betont wären, wäre es kein guter Reim.

Nur weil man etwas angefangen hat, muss man doch nicht weitermachen, wenn man merkt, dass der erste Versuch nicht gelungen ist? Aber ich will mich nicht aufdrängen. Sag einfach Bescheid, wenn dir meine Vorschläge nicht gefallen.

Seither höre ich nur noch nach meinem Gehör.
Ich fürchte, da liegt das Problem. Die Lesenden können nicht wissen, was du hörst, sie können sich nur an der natürlichen Betonung der Wörter orientieren. Die muss schon stimmen, damit man beim Lesen hört, was der Dichter wollte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hör beim Dichten gerne Blues und Freejazz
und freue mich, wenn's musikalisch wird.
Die Sprache ist mein Saxofon: Ich spiele
zwar nicht wie Charlie Parker, doch mit Spaß.
Das gefällt mir sehr wohl. Schöner als meine Zeilen.
Es freut mich über deine Hilfe.

Gedichten und Distichen im Ganzen mit anderen Teilen zusammen, egal teilweise nur im Halbreim. Nicht zu vergessen, dass es mir allgemein bei Prosa-Dichtung primär um den Inhalt geht, dann kommt der Rest.
LG
 

Claudis Themen
Nicht zu vergessen, dass es mir allgemein bei Prosa-Dichtung primär um den Inhalt geht, dann kommt der Rest.
Ja, das geht auch bei Formlyrik vielen so. Das respektiere ich, auch wenn ich ganz andere Vorstellungen habe. Über die unterschiedlichen Vorlieben beim Dichten könnten wir auch gerne mal im Wohnzimmer reden. Prosa lese ich in deinem Entwurf allerdings nicht und Prosa hat auch nicht viel mit Musik zu tun.

Dann lass unser Gespräch ruhig mal ein paar Tage sacken. Kannst dir ja überlegen, ob du zu meinem Entwurf noch etwas ergänzen möchtest oder ihn nur als Anregung nehmen und etws anderes draus machen möchtest. Am Ende könnte auch "Liebe" oder "Freude" statt "Spaß" stehen.

Falls es dir am Wochenende noch gefällt, kannst du dir noch einen geeigneten Titel überlegen. "Distichen" passt ja dann nicht mehr. Ich bin gespannt!

LG Claudi
 
zwar nicht wie Charlie Parker, doch mit Spaß:

Dafür, doch mit Liebe ist es noch besser.

Betreffend meiner Distichen waren am Ende:

Die 1. Zeile: Distichen
die 4. Zeile; beim Dichten
die 7. Zeile: anders richten

oder dann die letzte, die ganze
darf es zählen oder es anders richten.
darf es zählen oder gar anders richten

Betreffend Prosadichtung könnte ich auch an Prosapoesie denken.
Ich lese viele andere Gedichte, welche mir nach Gehör nicht gefallen.

Magst Du mit mir zusammen daraus ein neues Gedicht erstellen, würde ich mich freuen. Ich warte auf Deine Vorstellungen im Ganzen bis zum Wochenende.

Bis dann: Liebe Grüße
 
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Claudis Themen
Betreffend meiner Distichen waren am Ende:

Die 1. Zeile: Distichen
die 4. Zeile; beim Dichten
die 7. Zeile: anders richten
Ja, das hatte ich verstanden und festgestellt, dass Distichen, also der Plural von Distichon, tatsächlich auf der zweiten Silbe betont wird. Der Reim gefällt mir trotzdem nicht, da fehlt mir einfach das T in "-ichen". Auch "richten" scheint mir sehr erzwungen. Tut mir leid, bei Reimen bin ich anspruchsvoll. Da werden wir wohl nicht zusammenkommen.

Ich lese viele andere Gedichte, welche mir nach Gehör nicht gefallen.
Ja, ich würde sogar sagen, die meisten Reimenden hier im Forum können nicht reimen und haben kein Schmerzempfinden, weil sie die Holperer einfach nicht hören. Nur wenige lassen sich überzeugen, es zu lernen und sich zu verbessern. Den meisten reicht es, wenn sie von den vielen anderen, die es selbst nicht können, gelobt werden.

Was soll ich sagen? Jedem seinen Spaß! Ich muss ja nicht alles lesen und vermeide es einfach, mich durch solche Holpergedichte zu quälen.

Magst Du mit mir zusammen daraus ein neues Gedicht erstellen, würde ich mich freuen. Ich warte auf Deine Vorstellungen im Ganzen bis zum Wochenende.
Ja, gerne. Ich freu mich drauf. Ich dichte gerne im Team und habe letztes Jahr mit @Rosa an einem Gemeinschaftswerk gearbeitet, das ziemlich lang geworden ist. Dieses hier würde ich kurz halten.

Dafür, doch mit Liebe ist es noch besser.
Wunderbar! Liebe gefällt mir auch noch besser. Ich hatte dir "Spaß" nur vorgeschlagen, weil du das Wort selbst in deinem Kommentar zum Gedicht verwendet hattest.

Von mir aus kannst du das Gedicht so posten, wie es ist. Zu lang würde ich es nicht machen. Alles andere aus deinem ersten Entwurf würde ich streichen.


Als Titel gefiele mir gut:

Die Sprache ist mein Saxofon

Ich hör beim Dichten gerne Blues und Freejazz
und freue mich, wenn's musikalisch wird.
Die Sprache ist mein Saxofon: Ich spiele
zwar nicht wie Charlie Parker, doch mit Liebe.

Meinst du denn, dass da inhaltlich noch was fehlt? Hast du andere Titelvorschläge? Wenn nicht, Feuer frei! Auf jeden Fall könntest du den Text aber oben schon mal einstellen. Ergänzen kann man ja jederzeit noch weitere Teile.

LG Claudi
 
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Liebe Glaudi,

Ich habe über Deine Antworten und Beiträge nachgedacht. Für mich ist es sehr spannend, mit Dir darüber zu diskutieren.

Ich muss zunächst zu den Distichen zurückgehen. Ich wollte nicht daraus ein tolles Gedicht machen. Das ist es nicht und wird kaum eines. Es ist bloß ein Puzzlestück, das ich mit anderen Teilen zu meinem umfassenderen Werk zusammenfügen werde.

Inhaltlich war es meine Intention, Unterschiede zwischen klassischen Formen und anderen Möglichkeiten zu dichten und zu lesen, dabei mit leichter Ironie. Und machte eine kleine Werbung für meinen Stil und meine eigenständige Dichtung.

Gedichte werfen mich nicht um, Distichen
Hexameter formal, bis zum letzten Meter
Ich bin nur froh, wenn's musikalisch wird,
höre gern Blues und Freejazz beim Dichten
Sein Versmaß schleppt sich. Er ist Interpret.
Wer sich um Hebung und Senkung ringt,
darf es zählen oder es anders richten.


Wenn man das Obige anschaut und es mit deinem vergleicht, zeigt sich ein deutlich unterschiedlicher Gehalt.

Die Sprache ist mein Saxofon

Ich hör beim Dichten gerne Blues und Freejazz
und freue mich, wenn's musikalisch wird.
Die Sprache ist mein Saxofon: Ich spiele
zwar nicht wie Charlie Parker, doch mit Liebe.

Deines hat mir sehr wohl gefallen. Der Titel und der Vierzeiler müssen auch nicht mehr verändert werden. Er ist hübsch und gelungen und Deine feine Ironie hat mir auch gefallen.

Die beiden Texte zusammenzufügen, scheint mir kaum sinnvoll zu sein.

Ich möchte Ersteres beiseitelegen und es dort lassen, wo es ist,

Nun deine Zeilen zum Beispiel für Antwortgedichte
in einem Forum, wo es für dich passt.
Und ich werde ansprechende Antworten darauf suchen.

LG Abenteuerpoet
 
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Claudis Themen
Lieber Abenteuerpoet,

ach so, du wolltest gar nichts streichen, sondern dein ursprüngliches Gedicht weitgehend erhalten. Ich hatte an Ersetzen gedacht und gehofft, du würdest auch noch einige Blankverse dazu ergänzen, weil dir das neue Konzept besser gefällt. Klar, die beiden Entwürfe sind zu unterschiedlich im Stil, um sie zusammenzufügen.

Dann behalte deine Fassung in diesem Thema und ich mache evtl. ein eigenes Gedicht aus dem Stoff, das ich dann separat einstelle und dir widme. Inhaltlich ist es aber ziemlich das, was du sagen wolltest. Ich hatte inzwischen noch einen Teil zu den unliebsamen festen Formen eingefügt.

Ein Antwortgedicht ist es aber nicht, sondern Textarbeit, die sogar zwischen uns abgesprochen war. Das ist ein großer Unterschied. So sieht meine Version jetzt aus:


Die Sprache ist mein Saxofon

Mein Bruder schreibt Sonette, meine Schwester
Hexameter. Das wäre nichts für mich!
In festgefügten Formen hat mein Geist
zu wenig Freiraum, um sich zu entfalten
und meine Fantasie wär längst vertrocknet.
Ich hör beim Dichten gerne Blues und Freejazz
und freue mich, wenn's musikalisch wird.
Die Sprache ist mein Saxofon: Ich spiele
zwar nicht wie Charlie Parker, doch mit Liebe.

Wärst du denn offen für Verbesserungen zu deinem Reimgedicht? Zumindest den verdrehten Satz im ersten Vers würde ich ändern. Dann wäre er nicht nur in gutem Deutsch, sondern auch metrisch korrekt:

Gedichte werfen mich nicht um, Distichen,

LG Claudi
 
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