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Textarbeit erwünscht Ein Haufen Reime

Der/die Autor/in wünscht sich konkrete Rückmeldungen zur Textgestaltung.

Claudi

Teammitglied
ㅤModeratorin

Claudis Themen
Wenn Beduinen Schwestern und Cousinen
besuchen wollen, holen sie Pralinen
und allerlei Gebäck aus den Vitrinen.
Ansonsten zehren sie von Auberginen
(nicht immer unbelastet von Toxinen)
und Paprika, gefüllt mit Sultaninen.
Die größten Bratentöpfe und Terrinen,
(entwendet aus den Personalkantinen)
wie Mörtelmischmaschinen dienen ihnen
zum Schutz vor Hagelschlag und Schneelawinen.

So wie man es aus Hochglanzmagazinen
wohl kennt, bedecken Männer mit Gardinen
ihr Haupt, derweil sich unter Baldachinen
die Frauen räkeln und zufrieden grienen,
sofern sie nicht als wahre Seraphinen
den Gatten mittels Kugelschreiberminen
selbst komplizierte Knochenbrüche schienen,
beziehungsweise Sanitärkabinen
von Beduinenspritzurinen cleanen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Claudi,

ein gelungenes Experiment mit Haufen- und Binnenreim und außerdem langen Komposita, das sich ganz einem zu wenig bearbeiten Thema (der interessanten Kultur der Beduinen) widmet. Ich musste lachen bei den Kugelschreiberminen.

Mit Freude gelesen.

LG g
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Claudi,

von mir auch ein herzliches Schmunzeln. Und nein, ich wüsste auch nicht, was an deinem Gedicht zu verbessern wäre.

Gruß Cornelius

P. S. Beim ersten Lesen habe ich tatsächlich einige Zeilen gebraucht, um mich in den Rhythmus einzugrooven, weil ich den ersten Vers ("In der Sahara bei den Beduinen") zunächst anfangsbetont mit dem ersten Akzent auf "In" gelesen habe und gleich ins Stolpern geraten bin: Ein Trochäus wollte sich nicht ergeben. Vielleicht ein Daktylus? "IN-der Sa- HA-ra bei" - bis hierher und nicht weiter ...

Bis ich dann gemerkt habe, dass alle Verse des Gedichts lupenreine jambische Fünfheber sind (Tipp zur Auflockerung des Alltags: Mal zum Spaß im Heimwerkermarkt nach einem "jambischen Fünfheber" fragen).

Einsilbige Wörter können ja wahlweise betont oder unbetont sein. Manchmal muss man zwei Mal hinschauen, um den metrischen Kontext zu erkennen. Nun legt gleich die erste Silbe deines Gedichts dem prima vista Vortragenden besagtes Stolpersteinchen in den Weg, da ja unmittelbar ein zweites einsilbiges Wort folgt. Wenn das zweite Wort mehr als eine Silbe hätte, entstünde kein Zweifel. Es könnte zum Beispiel heißen: " Im Wüstenalltag, bei den Beduinen ..."

Ansonsten wüsste ich aber wirklich nicht, was hier an Textarbeit erforderlich sein könnte ...
 
Zuletzt bearbeitet:

Claudis Themen
Hallo Paul,

Ich war ganz gespannt, welche Reime da noch kommen.
freut mich sehr, dass du gespannt warst. Ich hatte schon befürchtet, dass die nicht enden wollenden Endungen auf "inen" euch beim Lesen einschlafen lassen. Besten Dank auch für die Rückmeldung "witzige Reise". Dass ein Humorgedicht witzig gefunden wurde, ist ja die Hauptsache.


Hallo Letreo,

eine schöne Ansammlung von Haufenreimen. Auch wenn du Kritik wünschst, ich hab keine, bis auf supi gemacht!
doch, hattest du glücklicherweise! "Supi gemacht" ist so ziemlich die schönste Textkritik, die ich mir wünschen kann. Gleich nach "witzig geschrieben", aber das hast du mir ja bereits durch dein Like gesagt. Danke dir!


Hallo Rudolf,

auch du konntest offenbar lachen und bist nicht eingeschlafen. Danke!


Liebe Chilicat,

von mir auch keine Textkritik, dafür ein Lachen
Textkritik muss ja nicht unbedingt Bemängelung sein. Auch begründetes Lob ist Textkritik und dein Lachen spricht dafür, dass der Text wohl als Humorgedicht taugt. Das ist ja wichtig zu wissen und durchaus eine Rückmeldung zur Gestaltung. Danke dir!


Lieber Gummibaum,

ein gelungenes Experiment mit Haufen- und Binnenreim und außerdem langen Komposita,
freut mich sehr, dass du etwas genauer hingeschaut hast und mir auch konkret mitgeteilt hast, worüber du lachen konntest. Das interessiert mich natürlich, weil ich dann genauer weiß, was beim Leser ankommt.

das sich ganz einem zu wenig bearbeiten Thema (der interessanten Kultur der Beduinen) widmet
Ich hatte hier bereits drei erste Entwürfe gepostet und die Versuche kommentiert, als ich merkte, dass das Thema "Nationalitäten und Bevölkerungsgruppen" nicht unbedingt die klügste Wahl war. Tatsächlich birgt sie die Gefahr, hart an die Grenze des politisch Korrekten zu kommen, wenn die Blödelei überbordet.

Vielen Dank für dein Feedback!


Lieber Cornelius,

zum Label Textarbeit hatte ich oben schon was geschrieben. Ich verwende das Label meist bei Humorgedichten, wenn ich vermeiden will, dass ernsthaft auf die Inhalte eingegangen wird. Und hier wird ja meist sogar ausschließlich inhaltlich kommentiert.

Danke fürs herzliche Schmunzeln und für den hilfreichen Hinweis, dass der Anfang von V1 etwas unglücklich geraten ist. Mitten im Gedicht wäre es ja kein Problem, aber ausgerechnet im ersten Vers sollte man die Leserschaft nicht gleich ins Stolpern bringen.

Fürs Erste habe ich jetzt mal "Im fernen Wüstenland" eingesetzt. Mal sehen, ob ich es so lasse oder noch was Besseres finde. Nochmal werde ich euch einen so langen Schlauch gleicher Endreime nicht zumuten. Haufenreime sind ja eigentlich mehr zum Spaß der Schreibenden.

Freut mich sehr, dass ihr den Spaß mit mir geteilt habt! Herzlichen Dank auch für die Likes!

LG Claudi
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Claudi,

ja, eine herrliche Blödelei, und virtuos vorgetragen. Da gehört sogar die Glasvitrine (als First Lady der Tautologien) wie selbstverständlich dazu. Darüber hinaus ist es auch im Ghasel nicht unüblich, (mit genügendem Abstand zwischen den Versen) phonetisch identische Reime (Beduinen/ihnen) zu verwenden. Und hier schwirrt einem ja noch mehr als im Ghasel oder der Kasside der Kopf ...

Gruß

E.
 
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Claudis Themen
Hallo Endeavour,

ach herrje, wie froh ich bin, dich hier zu haben! Besten Dank für das große Kompliment und ganz besonders für die erschütternde Bestandsaufnahme:

Da gehört sogar die Glasvitrine (als First Lady der Tautologien) wie selbstverständlich dazu.
Ja, im Verbund mit den übrigen Absurditäten wäre die Tautologie gar nicht mal so peinlich. Mir persönlich ist sie das aber doch, weil sie tatsächlich eine Panne war. Puh, lat. vitrum für Glas war mir nicht geläufig, aber klar, Vitrinen ohne Glas habe ich noch nicht gesehen. Da hätte ich eigentlich drauf kommen können.

Die letzte verbliebene identische Reimendung hatte ich erst beim Einstellen entdeckt und in Kauf genommen. Aber da mir der Text mit jedem Tag Abstand weniger gefällt, werde ich alles nochmal überarbeiten und bei der Gelegenheit auch die Beduinen im Vers nach vorne rücken.

LG Claudi

P.S.: Jetzt gefällt es mir richtig gut! Naja, in den ersten fünf Minuten denke ich das immer. Die Übergänge sind jetzt zumindest etwas fließender. Und mit Glück sind keine neuen Macken hinzugekommen. Ich halte die aktuelle Version mal hier fest, damit niemand scrollen muss:

Wenn Beduinen Schwestern und Cousinen
besuchen wollen, holen sie Pralinen
und allerlei Gebäck aus den Vitrinen.
Ansonsten zehren sie von Auberginen
(nicht immer unbelastet von Toxinen)
und Paprika, gefüllt mit Sultaninen.
Die größten Bratentöpfe und Terrinen,
(entwendet aus den Personalkantinen)
wie Mörtelmischmaschinen dienen ihnen
zum Schutz vor Hagelschlag und Schneelawinen.

So wie man es aus Hochglanzmagazinen
wohl kennt, bedecken Männer mit Gardinen
ihr Haupt, derweil sich unter Baldachinen
die Frauen räkeln und zufrieden grienen,
sofern sie nicht als wahre Seraphinen
den Gatten mittels Kugelschreiberminen
selbst komplizierte Knochenbrüche schienen,
beziehungsweise Sanitärkabinen
von Beduinenspritzurinen cleanen.
 
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Hallo Claudi,

natürlich ist Humor eine ernste Sache; hoffe indes, dass Deine Verbesserungswut beim Hinweis auf Toxinen/Hochglanzmagazinen nicht von neuem angefacht wird. Denn das wäre womöglich doch zu viel des Guten ...

Gruß

E.
 
Interessant ist, dass das ts in der vereinfachten Lautsprache durch Apostroph getrennt wird, so dass die entscheidenden Bestandteile der Silbe tatsächlich identisch sind; anders im Lautalphabet, da fehlt der Apostroph ... Fürchte, eine Eindeutigkeit ist so nicht zu erzielen, und alles darf so bleiben, wie es ist.
 
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Claudis Themen
Lass mich mal anders argumentieren und vergleichen wir die deutsche Schreibung lt. Duden:

To-xi-ne
Vak-zi-ne
Ak-zent

K und Z lassen sich nicht zusammen ohne Absetzen sprechen. Deswegen gehört bei Worttrennung das K zur vorigen und das Z zur nächsten Silbe. Das X wird im Deutschen also als K und S gesprochen, was ja ohne Probleme funktioniert.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Claudi


Grüße.



Ich muss noch einmal meinen gelöschten Beitrag darstellen.

Also, erstens war er eher unbedeutend. Zweitens, war er nicht dazu gedacht, irgendeine Boshaftigkeit anzuschieben.

Ich habe einen guten Draht zu dir, deshalb wäre mir das gar nicht in den Sinn bekommen.

Okay, das war es, schönes WE.
 

Claudis Themen
Hallo Horst,

das Missverständnis hat sich ja inzwischen geklärt. Nur nochmal kurz zum Verständnis:
Textarbeit kann Vorschläge beinhalten, wenn man eine Formulierung für verbesserungswürdig hält. Auf jeden Fall sollte man aber etwas Konkretes zur Gestaltung des Textes schreiben. Kommentarlos eigene Verse zu posten, ist keine Textarbeit.

Alles gut mit uns beiden! Dir auch ein schönes WE! 😀

LG Claudi
 
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