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Feedback jeder Art Frühlingssymphonie

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In den Lüften liegt ein Summen,
dringt an jeden stillen Ort,
will bei Tage nicht verstummen,
webt sich wie ein Teppich fort.

Sind es Bienen oder Hummeln,
die, berauscht vom Nektartrunk,
zwischen Blütenkelchen bummeln?
Ist der Klang Insektenfunk?

Weit gefehlt: Gebläsedüsen
in gewiefter Gärtnerhand
malträtieren Hypophysen
auf und ab im ganzen Land.

Randaliert da wohl ein Häher,
dessen Warnschrei schrill erklingt?
Nein, es ist ein Rasenmäher,
welcher junges Grün verschlingt.

Wildkrautbesen, Heckentrimmer
kennen weder Ruh noch Rast,
von Auroras erstem Schimmer
bis das Abendrot verblasst.

Vieles ist zurecht zu stutzen,
wenn der Lenz ans Pförtchen klopft.
Stöpsel sind nun sehr von Nutzen,
die man in die Ohren stopft.

Amseln stimmen ihre Chöre
unverdrossen weiter an.
Schade, dass ich sie nicht höre.
Schweigen hält mich fest im Bann,

und ich seh, wie sich im Flieder
mancher Schnabel stumm bewegt,
bis der Dirigent der Lieder
seinen Taktstock niederlegt.
 
Eine schöne Parodie, lieber Cornelius,

auf die motorisierten Instrumente des Nachbarschaftsorchesters im Frühlingssaal. Gegen sie sind die zarten Stimmen der Natur vollkommen chancenlos, und wer sie hören will, wird sich als taub empfinden. Eine Gehörgangs-Tamponage wird ja auch empfohlen.

Wie immer bei dir ein aus ausgesuchten Worten gefügtes Gedicht.

Mit Genuss gelesen.
LG g
 
Moin @Cornelius,

dein Gedicht macht richtig Spaß, weil es so elegant zwischen Naturidyll und Lärmwirklichkeit pendelt.
Erst dieses feine Summen, fast schon erwartungsvoll, dann die schöne Irreführung über Bienen,
Hummeln und Insektenfunk – und plötzlich stehen wir mitten im akustischen Frühjahrsfeldzug der Gartengeräte.
Das ist witzig, genau beobachtet und sehr sauber gebaut.

Wie du den Krach poetisch drehst, funktioniert hervorragend.
„malträtieren Hypophysen“ ist herrlich überzogen –
genau deshalb trifft es. Überhaupt hat der Text diesen satirischen Zug, ohne bitter zu werden.

Und dann das Ende: Da kippt alles in etwas Stilles.
Die Amseln singen weiter, aber beim Menschen kommt nichts mehr an.
Man sieht die Bewegung, aber hört sie nicht mehr –
das hat eine leise, fast traurige Qualität.

Fein beobachtet, klangstark gebaut und mit schönem Biss.
Das war ein echtes Lesevergnügen.

LG Driekes
 
Hei Cornelius,

aha, da ist dein Frühlingsgedicht: wie schön.
Es ist ja nicht ganz leicht, jedes Jahr einen neuen Aspekt dieser beliebten Jahreszeit zu finden, aber das ist dir hier, brilliant und elegant wie immer, gelungen!

Häher / Rasenmäher ... ja genau, passt doch.

Mit Freude und grinsend gelesen:
Uwe
 
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