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Feedback jeder Art Näher an der Angst

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Näher an der Angst

Es beginnt leise.
Zu leise, um sich zu wehren.

Ein Zittern hinter den Gedanken.
Dann schließt sich etwas.
Nicht sichtbar.
Aber endgültig.

Gedanken brechen los,
stoßen ineinander,
zu nah,
zu schnell.
Sie verhaken sich,
werden scharf,
verletzen von innen.

Ich sage mir: gleich vorbei.
Eine Lüge,
die ich gut kenne.

Die Angst hört das.
Sie kommt näher,
legt sich um mein Herz,
nimmt mir die Luft,
ohne Eile.

Der Atem wird flach.
Alles wird eng.
Normal existiert hier nicht.

In mir dreht sich ein Rad.
Langsam.
Unerbittlich.
Ein Mechanismus,
der mich nicht braucht,
nur weiterläuft.

Die Dinge um mich sehen zu.
Stumm.
Unbeteiligt.
Sie wissen,
wie das endet.

Ich war hier.
Zu oft.
Zu lange.
Ein Ort,
an dem wir nicht bleiben konnten
und der mich trotzdem hält.

Die Angst legt ihre Hand
an meinen Hals.
Nicht um zu töten.
Um zu erinnern.

Und plötzlich wird klar:
Sie lässt mich nicht fallen.
Sie hält mich fest.
 
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Hallo Rudolf!

Das stimmt – und manchmal verändert sich dieser Strom.
Nach einem Gespräch mit einer Freundin, die an Leukämie erkrankt ist, habe ich verstanden, dass es Situationen gibt, in denen Gefühle nicht mehr nur begleiten, sondern alles durchdringen.
Sie hat von ihrer Angst gesprochen – nicht als einzelne Welle, sondern als etwas, das den ganzen Raum einnimmt.
Wenn es um die eigene Existenz geht, bekommt diese Gefühlswelt eine andere Tiefe.
Sie ist dann nicht mehr nur Teil des Lebens, sondern wird zu einer konstanten Kraft, die alles überlagert – leise, aber unausweichlich.
 
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