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Feedback jeder Art Sophia Maria Simona Herzogin von Sudenbroock. Der Abschied einer großen Dame.

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Sophia Maria
Simona Herzogin von Sudenbroock

oder

Der Abschied einer
großen Dame.



Sophia Maria Simona Herzogin von Sudenbroock hatte mal
wieder, wie jedes Jahr am letzten Augustwochenende zu einem ihrer Sommerfeste
geladen. Einem jenen legendären Sommerfeste.
Diese Feste waren ein fester Bestandteil der Saison. Wer auf
dieses Fest geladen wurde konnte mit Fug und Recht von sich behaupten, das er
in der Gesellschaft des Landes etabliert war.
Und die ganz wichtigen Leute des Landes waren vorher noch zu
einem gemeinsamen Essen bei der Gastgeberin geladen. Dazu gehörten die Königin
des Landes nebst Gatte und andere hochgestellte Persönlichkeiten aus Politik,
Wirtschaft und Hochfinanz. Hingegen wer zu diesen Essen ausgeladen wurde war
gesellschaftlich ruiniert und konnte somit eigentlich nur noch das Land
verlassen.
Das ist aber eine Sache die nur einmal bisher geschehen ist,
in den unzähligen Jahren der Sommerfeste bei Sophia Maria Simona Herzogin von
Sudenbroock.

Nun die Sudenbroocks waren eine alt eingesessene Familie
niederen Landadels. Was aber in keinem Verhältnis stand, zu dem Einfluss den
diese Familie über die Jahrhunderte hinweg sich angeeignet hat. Die
Königin selbst hat sie als gleichwertig
anerkannt. Was seinerzeit zu einem gewaltigen Aufruhr unter den Adligen das
Landes führte. Der wurde aber auch schnell wieder beigelegt, als man merkte
warum die Königin das getan hatte.

Nun Sophia Maria Simona war Herrin über ein beschauliches
Fleckchen Erde am Rande des Urals.
Sie genoss den Respekt und die Liebe ihrer Angestellten und
Bediensteten, den sie sich auch über Jahre hinweg erarbeitet hatte. Sie konnte
jeder zeit, jede beliebige Arbeit auf ihrem Anwesen selbst erledigen und auch
bewältigen.

Also zurück zum fest

der Abend rückte heran es kamen die ersten Gäste die zum
Abendessen geladen waren und wurden von den Angestellten in dem Salon gebracht.
Pünktlich 18:00 Abends sollte das Essen beginnen.
Wie immer um diese Zeit wurde ein kleines goldnes Glöckchen
geschlagen. Was den Anwesenden zeigte das es Zeit ist Platz zunehmen. Das kleine Glöckchen war nicht sehr
laut, hatte aber einen sanften Ton der es unmöglich machte es zu überhören. So
verstummten die letzten Gesprächen und die Herrschaften nahmen Platz.
Aber irgendwas war anders wie sonst. Eine drückende Stille
senkte sich herab. Etwas unheilschweres lag in der Luft. Man konnte es beinahe
fassen so präsent war es.
Sogar die alte Standuhr schien leiser zu schlagen als sonst,
gerade so als wüsste sie von dem Unheil. Es war etwas bedeutendes, etwas das
die Zukunft des ganzen Landes beeinflussen und verändern würde. Dessen waren
sich alle sicher.

Es war 2 Wochen nach dem Geburtstag von Sophia Maria, sie
war 70 Jahre alt geworden. Aber sie war trotz ihrer Größe von nur 1,56 Meter
die sie groß bzw. klein war eine imposante Erscheinung. Über all wo sie auftrat
machte man ihr Platz. Ganz wie von selbst traten die Menschen zur Seite wenn
sie einen Raum betrat. Einige aus Respekt vor Ihr.

Sophia Maria stand wie immer am Fenster als die Gäste sich
setzten, so wie jedes Jahr. Sie blickte hinaus und sah ihren Ural. Als sie sich
zu ihren Gästen umdrehte wischte sie sich eine Träne aus den Augen. Niemand
hatte diese kleine Geste gesehen bis auf ihre Sekretärin und Vertraute.

Und das war auch etwas anderes als sonst immer. Sicher ihre
Vertraute, hat das Fest immer eröffnet und das Glöckchen geläutet. War aber
immer gegangen danach. Diesmal nicht diesmal setzte sie sich rechts neben
Sophia Maria. Zu ihrer linken saß ein älterer Herr so um die 75 Jahre. Manche
vermuteten wer das wohl sein möge. Denn sie waren der Meinung ihn vage zu
kennen. Es war Dr. David Rosenbaum, er gehörte zu den Menschen die man sieht,
aber auch wieder vergisst. Das ist eine Tatsache die ihm schon oft zu gute kam
während seiner Tätigkeit als Anwalt der Familie Sudenbroock. Seine Gegner
kannten ihn und fürchteten ihn, achteten ihn aber auch als stets fairen Gegner
vor Gericht. Aber niemand vermochte zu sagen wer er war, oder wie er hieß.
Neben dem älteren Herr saß noch jemand. Den man aber sicher noch nie gesehen
hatte. Er war gänzlich unbekannt. Keiner der anwesenden kannte ihn oder wusste
was er tat. Ein leise raunen ging durch die Anwesenden. Ein getuschel wurde
laut Unruhe erfasste alle. Was hatte das zu bedeuten?? Fragten sich alle.

Sophia Maria trat heran und stellte sich wie immer hinter
ihren Stuhl. Um die Rede zuhalten, die immer folgte.

Ihre Sekretärin wollte schon aufstehen und ihr ihren Stuhl
zurecht rücken. Doch mit eine kleine kaum wahrnehmbaren Geste brachte sie dazu,
sitzen zu bleiben. Was ihrer Vertrauten sichtlich unwohl war. Erst jetzt fiel
den Leuten auf das die große Standtuhr nicht die volle Stunde geschlagen hatte.
Das war auch etwas, was noch niemals gewesen war, das die Uhr nicht schlägt.

Sophia Maria hob an zu ihrer Rede. Sie holte Luft und
schwieg, sie konnte es nicht sagen was sie zu sagen hatte. Es fiel ihr schwer.
Sie blickte sich noch mal um zu ihrem Ural, als ob sie dort die Antwort auf
ihre Fragen finden würde und er ihr Kraft geben könnte, für das was ihr
bevorstand. Anna – Karinina, ihre Sekretärin und Vertraute, nahm ihre Hand und
drückte sie sanft und flüsterte das nur Sophia es hören konnte: “hab Kraft
Mutter Sophia.“ denn so wurde sie genannt von ihren Angestellten und Dienstboten.
Da sie für alle nur immer wie eine Mutter war. Sophia sah sie an und lächelte
warm und dankbar und hob erneut an um ihre Rede zuhalten. Denn jetzt hatte sie
die Kraft dafür. Es fiel ihr immer noch schwer, doch musste sie es jetzt sagen.

Noch niemand hatte den goldenen Ring an ihrer Hand bemerkt
so groß war die Anspannung unter den Gästen. Den gleichen Ring hatte auch der
Herr an ihrer linken Seite am Finger. Sophia – Maria hatte sich mit ihn
verlobt.
Darum würde es auch gehen in ihrer Ansprache. Darum und
ihren Rückzug aus allen ihren Geschäften und Verpflichtungen. Sie würde sich
zur Ruhe setzten.

Und so sprach sie: „verehrte Königin, Freunde und Gäste. Ich habe eine Ankündigung zu machen
die euch alle verwundern wird.“

Sie machte eine Pause. Darauf hin wurde es ruhig im Salon.
So ruhig das man nicht ein mal mehr das atmen der Leute hören konnte. Nur die
Standuhr tickte noch, was in angesichts der Stille doppelt so laut war.

Sophia sprach weiter: „ich werde mich zurück ziehen aus
allen meine Geschäften und Verpflichtungen.“

wieder machte sie eine pause.

Immer noch war es so ruhig das man das ticken der Uhr als
laut empfunden hat.

Sophia sprach weiter: „außerdem werde ich wieder heiraten.
Ihr alle wisst das mein Mann, der gnädige Herzog, vor 3 Jahren gestorben ist.
Auch bin ich dieses Jahr, 70 Jahre alt geworden. Und ich möchte das Alter nicht
allein verbringen. Deswegen werde ich den hier anwesenden David Rosenbaum zum
Manne nehmen.“

Ein Flüstern hob an und ging durch die anwesenden Leute.
Hatte sie gesagt sie wird wieder heiraten? Und sich zurück ziehen von allem?
Das kann doch nicht sein was soll jetzt werden?

Irgendwo fiel ein Glas um. Rotwein lief über den Tisch auf
ein Kleid, doch niemand nahm es zur Kenntnis.

Darauf hin erhob sich die Königin und ging zu ihr, zu
Sophia.

Auch jetzt sollte etwas denkwürdiges geschehen was noch nie
da gewesen ist in all der zeit.
Die Königin neigte vor Sophia den Kopf und sprach: „verehrte
Herzogin Sophia Maria Simona von Sudenbroock. Wir haben uns lange darüber
unterhalten. Ich kann ihre Gründe sehr gut nachvollziehen. Ich respektiere
ihren Wunsch nach Ruhe im Alter. Auch wenn ich es sehr bedauere das die
Entscheidung unumstößlich ist, werde ich sie respektieren. Sophia Maria sie
werden eine Leere in uns allen hinterlassen, die so schnell niemand wird füllen
können. Wenn es überhaupt jemand gibt der das kann.“

Regen hatte eingesetzt und prasselte gegen die Fenster des
Anwesens. Ein Sturm kündigte sich an.

darauf sprach Sophia wieder zu allen Gästen: „ihr habt euch
sicher schon gefragt wer der junge Herr ist der ganz links neben mir sitzt. Es ist der Sohn meiner Nichte Anna Katharina, Alexander.
Da ihr wie ihr alle wisst es mir und meinem
verstorbenen Mann nicht vergönnt war eigene Kinder zu bekommen, wird Alexander
alles erben. Da er neben meiner Nichte der einzige noch lebende Verwandte ist
den ich noch habe. Die Hochzeit zwischen mir und David ist auf das kommende
Frühjahr festgesetzt. Genauer auf den 20. März nächsten Jahres. Das wird auch
gleichzeitig die letzte Feierlichkeit im Hause Sudenbroock sein. Danach werden
mein Gatte und ich uns zurückziehen, in unser Stadtpalaise in Moskau.“

Diesmal kam es zu einem lauten getuschel unter den Leuten.
Man fragte sich warum er und nicht seine Mutter alles bekam.
Und woher er so plötzlich gekommen ist. Wie alt war er überhaupt? 20, 25 Jahre
wenn überhaupt.
Aber keiner wagte es sich diese Fragen laut zustellen.

Sophia fiel ein Stein vom Herzen, denn das wichtigste was
sie sagen wollte hatte sie nun gesagt. Jetzt kam nur noch etwas Höfflichkeits
Gerede. Und es wurde besser aufgenommen als sie selbst gedacht hatte.
Sicherlich die Königin hatte recht, aber sie konnte einfach nicht mehr. Unter
ihr ist das kleine Land zu eine nie gekannten Größe herangewachsen. Denn bei
ihr waren in Wahrheit alle Fäden zusammengelaufen. Bei ihr und nicht bei der
Königin. Aber sie konnte nicht mehr sie brauchte Ruhe.

Mittlerweile war es 19:00 Uhr geworden. Die Speisen standen
dampfend auf dem Tisch. Doch hatte sie noch niemand angerührt. Denn keiner
konnte oder wollte etwas essen von den Köstlichkeiten die auf dem hübsch
gedeckten Tisch serviert waren.

Sophia sprach: „so nun laßet uns das Essen genießen und
anschließend feiern. Denn es ist ja unser Sommerfest.“
Und das fest nahm seinen gewohnten Lauf. Auch wenn danach
nichts mehr so sein sollte wie es war.
 
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