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Wacht auf, wacht auf
Milliarden können es nicht schaffen,
hört, und staunt, von einem Affen,
sich von diesem zu befreien?
Wenn’s nicht wahr wär, echt zum Schreien.
Ein Phänomen nur, und das zählt:
Gottverdammte Männerwelt!

Lassen uns tyrannisieren,
schlagen, treten, schikanieren,
von ehemals Spitzeln und korrupten,
wie sich später bald entpuppten,
Geisteskranken und Agenten,
spiel’n mitunter Präsidenten.
Ist er erst einmal gewählt,
keiner sein Versprechen hält!
Gottverdammte Männerwelt!

Kriminelle Kleptokraten,
die das eig’ne Volk verraten.
Lügen, stehlen und missbrauchen,
die, wenn’s eng wird, untertauchen.
Blutrünstig, korrupt und mies,
wählt sie nicht, sind alle fies!

Unreif wär’n die Leut’, sag’n die,
starke Führung brauchen sie.
Prügel müsst dem Volk verschreiben,
die nicht hergehör’n, vertreiben.
Mag ertragen, wem’s gefällt.
Gottverdammte Männerwelt.

Dann also schnallt die Gürtel enger,
macht den Kerlen Angst und bänger,
werft sie auf die Scheiterhaufen,
haltet sie, lasst sie nicht laufen!
Tut ihnen dasselbe an,
das, was sie euch angetan.

Lasst sie eure Schmerzen spüren,
die ihnen schon längst gebühren,
so, wie sie euch oft gepeinigt,
gehasst, gefoltert und gesteinigt.
Hängt sie auf, am nächsten Ast,
so viele von ihnen, bis es passt!

Herunter dort vom gold’nen Sessel,
legt sie allesamt in Fessel!

Heraus aus der gold’nen Limousin’,
Vetter, Onkel und Cousin
Zündet diesen Haufen an,
dass er nichts mehr anstell’n kann.

Das Lametta reißt herunter,
Kopf ins Wasser, taucht sie unter.
wie sie es mit euch getan.
Bloß nicht zaudern, spuckt sie an.
Prügelt sie, bis dass es gellt!
Gottverdammte Männerwelt!

Selbst der Wunsch nach Macht den Kindern,
wäre besser zu verhindern.
Schon die Kinder spielen Krieg,
krank machend verfluchter Sieg!

Vorbilder sind weder Schiller,
Goethe nicht, sondern Godzilla.
Irgendein brutaler Scheiß,
und einer, der alles besser weiß.
Immer Macht und Ruhm und Geld:
Gottverdammte Männerwelt!

Worte auf Papier verschwendet,
all die Jahre, nichts beendet.
Alles fängt von Neuem an,
weil man sich nichts merken kann.
Einerseits zu blöd zum Lesen,
dann so tun, wär nichts gewesen.
Weil der Mensch nicht anders kann,
fängt er stets von vorne an,
der, dumm gebor’n und nichts behält,
in der verdammten Männerwelt.

So sucht nach geistigen Eliten,
solche, die euch Hoffnung bieten,
selbstlos, klug und auch gerecht!
Einen mit Bildung und Gefühl,
keinen, der macht, was nur er will!

Und seht euch vor, wen ihr anheuert,
nicht wieder einen, schwanzgesteuert,
mit viel Muskeln, ohne Hirn!
Bietet solchen jäh die Stirn!

Frauen schätzen Leib und Leben,
weil sie es sind, die’s schließlich geben.
Nichts davon versteht ein Mann,
weil er sich’s nicht vorstell’n kann.
Foltern Frauen oder morden,
rücksichtslos, wie Männerhorden?
Die Welt bedroh’n, zu lange schon,
bloß Kerle, voll Testosteron.
Wir brauchen wen, der zu uns hält,
nicht die verdammte Männerwelt!
 
Hallo Norbert, das nenne ich eine dichterische Leistung. Da steckt eine Menge Energie drin. Ich kann dem zwar nicht in Gänze zustimmen, denn es gibt auch herrische Frauen, doch ich weiß, was Du meinst. Die Männer neigen dazu, sich zu vergleichen und wollen oft die Größten sein. Sie glauben, das vermeintlich stärkere Geschlecht zu sein. Es liegt sicher auch an der Gesellschaft und der Erziehung.

Liebe Grüße Darkjuls
 
Lieber Norbert,

der Zorn des LI ist verständlich. Aber das von ihm empfohlene Rezept:

"Tut ihnen dasselbe an,
das, was sie euch angetan"

wird zu nichts führen - außer, dass sich die Spirale der Gewalt ins Unendliche weiterdreht. Wie eine Welt aussieht, in der Gleiches mit Gleichem vergolten wird, ist täglich in den Nachrichten zu betrachten. Die Saat der Gewalt wuchert um so wilder, je mehr sie mit Gegengewalt begossen wird.

Damit meine ich nicht, dass man das Unerträgliche einfach ertragen muss. Aber was das "lyrische" Ich ab Strophe 6 an Maßnahmen empfiehlt, ist im Lauf der Menschheitsgeschichte längst ausprobiert worden und hat sich allesamt als untauglich erwiesen.

Im Übrigen hat dein Text mit Lyrik wenig zu tun, obwohl er metrisch flüssig und sauber gereimt ist. Aber hier möchte ich die steile These wagen: Die Form allein macht noch kein Kunstwerk.

Nichts gegen Drastik. Aber die Wahl der Worte und Bilder in deinem Text ist für meinen Geschmack zu aufdringlich, um aufrüttelnd zu wirken.

Soweit meine Meinung zu deinem Gedicht. Ich hoffe, du nimmst sie nicht persönlich.

Friedliche Grüße
Cornelius
 
Hallo Norbert

In Deinem Gedicht muss ich nicht aufwachen. Muss ich mich als Mann entschuldigen? Deine Zeilen sind zwar stark und gut gereimt und prägen Deine Wut. Ich kann mit ihm fühlen. Was mir weniger gefällt, ist das Schwarz-Weiß-Denken, das zwischen Tätern und Opfern unterscheidet, zwischen hier der gottverdammten Männerwelt und dort der geopferten Frauenwelt. Ich wünschte mir offene mehr Zeilen über das Problem einer Machtgier, die beide Geschlechter betrifft.

LG etwas
 
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