Zauberstunde in der Dämmerung
Manches Mal lauf ich
am Abend in der Dämmerung
am Bach entlang,
gewahre unvermutet plötzlich,
fast erschreckend,
eine ungewohnte Stille,
als ob ein höherer, unfassbarer Wille
Zeit und Stunde für die Dauer
eines Gebetes angehalten hätte.
Kein Geräusch von Arbeit, von Verkehr.
Nur Wasser hör ich, wie es rauschend
zwischen Steinen talwärts schlurft.
Hier und da verstummt
die letzte Vogelstimme
wie eine seufzende Bitte im Schlaf.
Im Dorf vertrautes Licht hinter Fenstern.
Erste Straßenlaternen in Orange.
Westwärts, fast drohend, die dunkle Bergwand.
Darüber, in verglimmenden Rotgold,
Reste des scheidenden Tags.
Dahinter vielleicht das „Gelobte Land“?
Ich wende mich um, schaue zum Osten.
Meine Freunde, die ersten Sterne,
sind angekommen, auch Venus ist dabei.
In ihrer Gesellschaft fühl ich mich wohl,
befreit von Wünschen, Sehnsucht und Gedanken,
bis ein tiefer Schlaf meine Sinne zur Ruhe bringt.
(„Carolus“ in „poeten.de 08.05.2026)
Manches Mal lauf ich
am Abend in der Dämmerung
am Bach entlang,
gewahre unvermutet plötzlich,
fast erschreckend,
eine ungewohnte Stille,
als ob ein höherer, unfassbarer Wille
Zeit und Stunde für die Dauer
eines Gebetes angehalten hätte.
Kein Geräusch von Arbeit, von Verkehr.
Nur Wasser hör ich, wie es rauschend
zwischen Steinen talwärts schlurft.
Hier und da verstummt
die letzte Vogelstimme
wie eine seufzende Bitte im Schlaf.
Im Dorf vertrautes Licht hinter Fenstern.
Erste Straßenlaternen in Orange.
Westwärts, fast drohend, die dunkle Bergwand.
Darüber, in verglimmenden Rotgold,
Reste des scheidenden Tags.
Dahinter vielleicht das „Gelobte Land“?
Ich wende mich um, schaue zum Osten.
Meine Freunde, die ersten Sterne,
sind angekommen, auch Venus ist dabei.
In ihrer Gesellschaft fühl ich mich wohl,
befreit von Wünschen, Sehnsucht und Gedanken,
bis ein tiefer Schlaf meine Sinne zur Ruhe bringt.
(„Carolus“ in „poeten.de 08.05.2026)