Aktuelles
Gedichte lesen und kostenlos veröffentlichen auf Poeten.de

Poeten.de ist ein kreatives Forum und ein Treffpunkt für alle, die gerne schreiben – ob Gedichte, Geschichten oder andere literarische Werke. Hier kannst du deine Texte mit anderen teilen, Feedback erhalten und dich inspirieren lassen. Um eigene Beiträge zu veröffentlichen und aktiv mitzudiskutieren, ist eine Registrierung erforderlich. Doch auch als Gast kannst du bereits viele Werke entdecken. Tauche ein in die Welt der Poesie und des Schreibens – wir freuen uns auf dich! 🚀

Empfohlene Inhalte

Kein Ludernest   Grob gesagt lungern Ungarn ungern hungernd im Finstern vor den hintersten Fenstern. Denn Budapest ist keinesfalls ein Ludernest, es ist im besten Augenblick dem Aug' ein Fest. Der Rest der Welt, aus Ost und West, kommt als Tourist - verlässt nur ungern Budapest.   Ach, an der Donau Auen, erschauernd in den lauen Lüften des September würd' ich so gern erbauen ein zauberhaftes Schloss für Männer und für Frauen aus aller Herren Länder Ich weiß noch wie es goss (Das geht noch...
      Ich bin ja einer, der wo sich fragt, ist der Weg das Ziel, oder der Weg der Weg, das Ziel der Weg oder das Ziel das Ziel? Doch dann gehe ich erst mal Frühstücken.    
Es wird der Jungfrau immer banger, denn seit dem Impfen ist sie schwanger. Es stach der Doktor mit Gefühl, er gab ihr wohl 'nen Stich zuviel!
Als Erbe ihres Hauses will ich leben, die Möbel und Tapeten bleiben mein. Ich werde keinem Wandel Chancen geben und der Vergangenheit Bewahrer sein. Ich trage daher Mamas alte Kleider und Papas Strümpfe, Schuhe und Jackett, umstelle mich mit dunklen Fotos beider und träume nachts in ihrem Ehebett. Und meine Kinder müssen sich verneigen, wenn ich von den Verstorbenen erzähl, und von den schlechten, neuen Dingen schweigen, damit ich sie dereinst zu Erben wähl…   (aus dem Fundus)
Um sechs ist ein Schäfer aus Rettert durchs Fenster der Liebsten geklettert und wär auch geblieben, hätt nicht um halb sieben ihr Vater sein Jochbein zerschmettert.
Weihnachtsmarkt (fast lustig)   Printen, Spekulatius, Glühwein, immer lecker. Schuss Amaretto? Bitte gern’. Rote Mütze, Blinkestern.   Fröhlich! Oh du, Udo auch hier? Na, immer, alter Brauch. Friede, Freude, Eierpunsch bitte zwei mal. Noch’n Wunsch?   Mensch du, Kumpel. Dudeldu. Kurzarbeit? Wie himmlisch. Ruh! Klingeling und Zimtbaiser. Frau ist weg? Zwei Jagertee!   Pommes Mayo. Maier hat Krebs. Zwei Bier. Du Schlucker! Watt? Quatsch, zwei Crêpes  mit Zucker. Hier! Seine...
  Herausgerissen aus dem Halt   Der Wind frischt auf und trägt Seite für Seite reinweißer Blätter in die trübe Weite die herausgetrennt wurden aus dem Buch der Zukunft das wild blätternd auf einem schmalen Grat liegt   und droht ins Bodenlose zu fallen um sich dem Sturm der Perspektivlosigkeit zu ergeben, die übermächtig den Schattenriss des Selbstwerts vergrößert   Zentimeter für Zentimeter hinein gedrängt in die des Willens dunkle Machtlosigkeit dessen Flamme peu à peu an...
schöne dralle  nackte Weiber wiegen ihre Rubens-Leiber  ...angemalt  mit Pferdeblut zu süß-verspielten  Flötenklängen und elfengleichen Lustgesängen um ein großes  Lagerfeuer zu huldigen dem Ungeheuer wie die Christen ihn heut' nennen ohne ihn jedoch zu kennen   Feuergott Du Frühlingswind der wir Deine Kinder sind Blut und Fleisch sind uns're Gaben die schönsten Hexen die wir haben hoffen Dir heut' beizuwohnen hoffen dass Du wirst belohnen auch die Hexer ...ja...
Im Mondlicht liegt der tiefe See und spiegelt hoheitsvoll den Schein. Ich steh am Ufer voller Weh: Wer wollte hier nicht ewig sein? Mein Mädchen steht im Mondenlicht und leuchtet wie in Mondenflammen. Mein Mädchen hat ein Mondgesicht: Das passt ja richtig gut zusammen. (80er-Jahre, County Donegal, Irland)
Esterhazys Gehör *    Die Fabrik war explodiert.  Glas und Scheiben ramponiert.  Nach dem schrillen, lauten Knall  blieb ein tiefer, dumpfer Hall.    Voll von Trümmern das Gelände,   eingestürzt das Tor, die Wände.  Doch im Nachbarhaus, am Tisch,  saß Herr Graf bei Wein und Fisch.    Wie ein Pfosten taub war quasi  jener Paul von Esterhazy.  Mit dem Rücken zum Geschehen  war der Schaden nicht zu sehen.    Doch: Man hatt‘ ihn einst verprellt,  und dem Manne unterstellt,  ...
  schrumplige Kompostherzen in spießiger Kühle frösteln im Herbstrost blasser und blasser verstrahlt lächelnde Bürostühle schön warm und festgesessen kein innig Licht bewahrt als äußerem Scheine nachlaufen im Sonnengesang verstrahlter Tontauben unter Traumschnee keine tiefen Wurzeln wahren nur den schönen Schein sonnigen Einerleis   ihr welkes Wesen bäumt nicht außer oberflächlich fröhlich zu weinen, im Gesangsverein über trüben Regen, der Trauer bringt statt taufrisches...
Kommt zieht mit uns, in den Krieg, die Haft wird euch erlassen. Gemeinsam ist dann unser Sieg,  und eure sind die Gassen.    Niemand wird fragen was geschieht, geht plündern, rauben, schänden.  Kriegshelden die man gerne sieht, wir tragen euch auf Händen.
Kometengleich erhob er sich, den Ring zu küssen mit der Hand, aus der der Ball mit wilder Kraft ins enge Fadennetz entsandt.   Das Licht berührte seine Haut. Die Meute tobt' in Euphorie. Sein Siegesschrei: ein Feuerwerk, entzündet in der Nachtmagie!   Wie konnte er vom Himmel stürzen? Er konnt‘ doch fliegen, konnte schweben! Nun ist er fort für alle Zeiten und wird nur noch als Mythos leben.
In einer Kleinstadt lebt ein Meister, ein großer Sänger, Herbert heißt er, singt täglich Arien nach Noten, warum hat's niemand ihm verboten?   Er singt für all die schöne Damen, wenn er lehnt am Fensterrahmen, ein Freudenschwall bricht aus ihm raus, drauf gibt's 'nen Auflauf vor dem Haus.   Flugs kam da schnell die Feuerwehr, die Polizei mit Helm, Gewehr, an Feuersturm, Demonstration, dachten die Hüter, was für'n Hohn.   Und Herbert, diesen Freund der Lieder, schwor...
Zur Goldnen Hochzeit will sie ihn so richtig überraschen. Ganz hüllenlos legt sie sich hin, heut lässt sie sich vernaschen. Sie denkt zurück die fünfzig Jahr, sie waren kaum zu halten. Heut sind sie alt, grau ist das Haar, und überall sind Falten. Er war im Bad, jetzt geht es los, noch einmal voll genießen. Ihr wird ganz warm in Brust und Schoß, gleich wird er sie umschließen. Sie schlägt die Decke keck zurück, und denkt an heiße Triebe: „Mein Schatz, hier findest du dein...
  Er träumte willenlose Wesen Sklaven will er haben! Die ihm dienen und sein Tun niemals hinterfragen.   Lenkt nicht der Teufel sein Geschick? Die Engel sollen ihr entbehren der Liebe und im Himmel fristen ein Dasein ohne Aufbegehren.   Ich verwarf seine Gebote sah sein Irren und verstand so wurde ich vom Träumer aus dem Himmelreich verbannt sag - ist dies mein Versagen? Lilith geht an meiner Hand frei, wie nur die Menschen lieben sei dies unser Widerstand.  
    Aus dem dampfenden Atem rubinfarbner Meere, die gefüllt sind mit eitrigem Blut in den Tiefen, mit zerrissenen Herzen, gespaltenen Zungen und geblendeten Augen, habt ihr mich geschaffen.   Das gewaltige All und die Sterne gerieten, wie der Donner und Blitz zu begreifbaren Bildern; und die Klügsten von euch, die Schamanen und Priester, die gesalbten Beherrscher mit Szepter und Krone auf den Thronen, erkannten beizeiten den Vorteil, den der Glaube an mich, euren Gott, ihnen...
der Kindergarten war nie meins ich blieb lieber bei Opa Heinz der hat mir dann vom Krieg erzählt wie man böse Männer quält   sie schächtet und danach verbrennt dass selbst die Mutter nicht mehr kennt den eignen Sohn so schwarz verkohlt den später sich der Teufel holt   heut sitze ich in Zelle acht hab böse Männer umgebracht aus Himmelspforte Opas Stimme sprach zu mir jetzt nimm die Klinge   und schneid dem Schwein die Kehle auf die Jahre nahmen ihren Lauf dem Teufel schickt...
  Nach außen hin Bist du ganz real Scheinst gut zu sein Menschlich und fein   Innen drinnen bist du Wie eine Maschine Kalt, aus Metal Künstlich und fahl   Was brachte dich dazu Wärme zu verlieren Waren das Kindheit,  Schlechte Erfahrungen, Leben...?   Ich weiß, du hast auch Wünsche Sehnst dich nach Liebe Dass ich dich berühre..   Öffne dein Herz Aus Drähten und Tasten Gib ein das Passwort für Gefühle...    
Die Versuchung wohnt in mir, kann sie nicht vertreiben permanent verführt sie mich zum Gedichteschreiben. Sie geistert mir durch mein Gemüt und sucht mich zu betören, es kostet alle meine Kraft mich gegen sie zu wehren. Es ruft die Pflicht, ich will nicht mehr die Zeit mit ihr verschwenden, doch fürchte ich, die Sache wird wie immer für mich enden. Schon hab ich ihn, den Schreibestift dazu ein Stück Papier, und schon geht's los, verzeih mir Herr, ich kann doch nichts dafür. Denn...
Zurück
Oben